Ortsumgehung in Ernsthausne

Feldwege über Umgehung sind zu steil

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Die Feldwege in der Gemarkung von Ernsthausen müssen die geplante Ortsumgehung von Ernsthausen und Bottendorf ebenso queren, wie die Bahnschienen. Der Ortsbeirat fordert fünf Querungen der künftigen Straße.Archivfoto: Andrea Pauly

Burgwald-Ernsthausen - Die Ernsthäuser Landwirte sind sich im Wesentlichen einig: Die vier geplanten Feldwege-Querungen der Umgehungsstraße sind teilweise viel zu steil. Die Bauern fordern weniger Steigung und eine zusätzlich fünfte Querung.

Kopfschütteln und Unverständnis bei den Ernsthäuser Landwirten: Von vier geplanten Feldwege-Querungen der Bundesstraße sind den Bauern drei Wege zu steil angelegt. Noch viel unverständlicher für die Landwirte ist, dass es keine Querung beim „Eichenfeld“ in der Nähe der Reithalle gibt. Denn dort ist das Feldwegenetz auf beiden Seiten gut ausgebaut und asphaltiert. Die Bundesstraße würde das Netz einfach zerschneiden.

Der Ernsthäuser Ortsbeirat hat die Feldwegeführung über oder unter der geplanten Ortsumgehung besprochen. Ortsvorsteher Frank Kleinwächter war es jedoch wichtig, die Meinung der Landwirte zu hören, bevor das Gremium einen Beschluss fasst. Mehr als 30 Ernsthäuser sind dem Aufruf gefolgt und diskutierten in der Sitzung des Ortsbeirates über die Entwürfe von Hessen-Mobil (dem ehemaligen Amt für Straßen- und Verkehrswesen). Kleinwächter betonte, dass der Beschluss nicht bindend sei - aber hoffentlich von Hessen-Mobil beachtet werde.

Hermann Briel stellte dem Ortsbeirat und den Bürgern die bisherigen Planungen des Landesamtes vor: Die südlichste Querung in der Ernsthäuser Gemarkung wird demnach in einer Biegung der Raiffeisenstraße im „Stangengrund“ gebaut und führt über die Bundesstraße. „Sie hat eine Steigung von elf Prozent“, sagte Briel. „Jeder, der schon mal einen Traktor bewegt hat, kann ein Lied davon singen, dass das nicht geht.“ Der Arbeitskreis Ortsumgehung der Gemeinde sehe das ebenso und hat dem Amt eine andere Querung vorgeschlagen. Briel erläuterte, dass die Ortsumgehung an dieser Stelle bis 2008 noch mit einer Steigung von drei Prozent geplant war. Jetzt seien es etwa 6,5 Prozent und ein sechs Meter hoher Damm. Auch bei dieser Straße sieht der Arbeitskreis laut Briel Handlungsbedarf: Die Straße solle tiefer liegen oder weiter westlich verlaufen.

Im Bereich der „Wollmer Höhe“ ist laut Briel der zweite Überweg geplant. Auch hier fordere die Gemeinde, dass die Querung keinesfalls steiler werden dürfe, als der bisherige We. Nach kurzer Diskussion schlossen sich die Ortsbeiräte und die Landwirte dieser Meinung an. „Rauf kommen wir mit den Schleppern ja“, sagte einer der Landwirte. „Runter ist aber problematisch, wenn der Schlepper voll beladen ist.“ Denn die Querung sei mit einer hohen Steigung geplant, verlaufe über der Bundesstraße flach und führe an der anderen Seite dafür wieder steil hinunter.

Im „Hennes Grund“ hingegen soll der Feldweg unter der Ortsumgehung hindurch verlaufen. Darüber sei ein 17,5 Meter hoher Damm für die Straße geplant, erläuterte Briel. „Auch hier sagt der Arbeitskreis ganz klar, dass eine größere Steigung als bisher untragbar ist.“ Eine frühere Planung habe an dieser Stelle für den Feldweg eine Steigung von 14 Prozent vorgesehen. Laut Briel ist in Deutschland die maximale Steigung eines Hauptwirtschaftsweges auf 15 Prozent begrenzt. „Das Ganze muss ja auch befahrbar bleiben“, sagten einige Landwirte kopfschüttelnd über die Planungen.

Dann kommt nördlich der Reithalle ein Feldweg beim „Eichenfeld“ in der Nähe der alten Schrottdeponie. Der soll nach Wunsch der Landwirte und Ortsvorsteher nicht zerschnitten sondern von Hessen-Mobil bedacht und in die Planungen aufgenommen werden. „Meiner Meinung nach ist das der einzige Bereich, in dem eine Querung ohne große Steigung möglich wäre“, sagte Briel dazu.

Die nächste Querung ist laut Plänen von Hessen-Mobil wieder eine Unterführung. Diese solle unter der Straße durchführen, kurz bevor die Landesstraße auf die Bahnschienen trifft. In diesem Bereich fehlen den Besuchern der Ortsbeiratssitzung allerdings die Zuwege zum Interessenwald und zu den Feldern zwischen den Schienen und der Straße. Besorgt fragten die Landwirte, ob für den Bau der Querungen und die Verbindungen der Feldwege auch Kosten auf die Jagdgenossen oder die Gemeinde zukommen. „Alles, was im Zuge der Straße gebaut wird, zahlt der Bund“, versicherte Briel. Wenn im Nachgang eine Flurbereinigung gemacht werde und dadurch neue Feldwege angelegt werden müssen, dann kommen erst Kosten auf Gemeinde und Grundstücksbesitzer zu. „Eine Flurbereinigung ist allerdings sinnvoll.“

Briel erläuterte in der Sitzung ebenso, dass die Bundesstraße bei Burgwald an zwei Stellen mit einer Steigung von 6,5 Prozent geplant sei. Es gebe eine Empfehlung, dass dies die Höchstgrenze im Straßenbau sei - die aber nur dann ausgenutzt werden sollte, wenn es keine andere Möglichkeit gebe. „Der Schafterbach hat eine Steigung von drei Prozent“, fügte Briel ohne weiteren Kommentar hinzu.

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