Zum Ferienbeginn zieht ein Hausmeister Bilanz

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Dem Unkraut Herr werden: Derzeit ist Michael Born, Hausmeister der Burgwaldschule, die meiste Zeit mit Unkraut-Jäten beschäftigt. Rechts im Bild einer seiner beiden Mitarbeiter, Ahmed Mahamed Ahmed.

Frankenberg. Heute beginnen die Sommerferien. Doch was macht eigentlich ein Hausmeister in dieser Zeit? Wir haben mit Michael Born gesprochen, der Hausmeister an der Burgwaldschule in Frankenberg ist.

Zunächst einmal die wichtigste Frage: Beginnen für Sie heute auch die Sommerferien? 

Born: Ferien habe ich keine, aber ich fahre eine Woche in den Urlaub.

Freuen Sie sich heute trotzdem auf die Sommerferien? 

Born: Ja, denn es ist nun ein ruhigeres Arbeiten für mich. Dann kann ich Krach machen und Arbeiten erledigen, die nicht zwischen zwei Pausen fertig sind. Rasenmähen geht ja sonst nur nachmittags, und auch die Türen und Klassenräume kann ich dann in Ruhe überprüfen.

Was sind Ihre Aufgaben? 

Born: Ich schließe die Türen auf, kontrolliere das Gebäude, mache Reparaturen, beispielsweise wenn ein Vorhang abgerissen wurde, koordiniere Fremdfirmen, bestuhle die Turnhalle für Veranstaltungen, schaue im Winter nach der Heizung und kümmere mich um die Grünpflege.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, um Hausmeister zu werden? 

Born: Viele Schulen suchen einen Heizungsbauer oder einen Elektriker. Generell muss man von allem ein bisschen Ahnung und vor allem technisches Verständnis haben. Ich selbst bin gelernter Schreinermeister und versuche, nach Möglichkeit alles selbst zu reparieren.

Was war denn bisher Ihre ausgefallenste Aufgabe? 

Born: Letzten Herbst hatten wir einen Specht an der Schule, der in alle Fassaden Löcher gepickt hat, keine kleinen, sondern mit einem Fassungsvermögen von zehn Litern. In acht Metern Höhe habe ich die Löcher ausgeschäumt, verputzt und davor CDs aufgehängt, um den Specht zu verscheuchen.

Wie oft klingelt Ihr Telefon? 

Born: Viel zu oft, bestimmt zehn Mal am Tag - und meist gerade dann, wenn man etwas angefangen hat.

Gibt es Zeiten, in denen es besonders viel zu tun gibt? 

Born: Ja, kurz vor Ende des Schuljahres, wenn viele Veranstaltungen anstehen. Aber gerade nimmt das Unkraut-Jäten am meisten Zeit in Anspruch. Bei dem Wetter ist das nach einer Woche wieder da, an Schulen dürfen ja keine chemischen Mittel eingesetzt werden.

Also haben Sie im Winter dann Zeit, sich zu erholen? 

Born: Ganz und gar nicht. Da muss ich - je nach Wetterlage - bereits um 5 Uhr an der Schule sein und die Wege von Glätte und Schnee befreien.

Was finden Sie an Ihrer Arbeit am schönsten? 

Born: Ich bin zusammen mit jungen Leuten, da ist immer was los. Es ist eine super Schule und die Lehrer sind auch schwer in Ordnung.

Was den Hausmeister am meisten ärgert, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der Frankenberger HNA.

Quelle: HNA

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