Gebäude steht zum Verkauf

Alles wieder offen im Feriendorf Frankenau: Pächterin kündigt, Landkreis erlässt Verbot

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Der Betrieb ruht: Restaurant und Schwimmbad sind geschlossen. Der Gebäudekomplex steht für 350.000 Euro zum Verkauf. 

Nur knapp ein Jahr nach der Wiedereröffnung von Restaurant und Schwimmbad im Frankenauer Feriendorf ist der Betrieb wieder eingestellt. Das Gebäude steht zum Verkauf.

Das war ein kurzes Gastspiel von Geschäftsführer Patrick Hoffmann: Nur knapp ein Jahr nach der Wiedereröffnung von Restaurant und Schwimmbad im Frankenauer Feriendorf im vergangenen Frühsommer ist der Betrieb inzwischen wieder eingestellt, und das Hauptgebäude steht für 350.000 Euro zum Verkauf.

Zudem habe der Landkreis vor wenigen Tagen eine Nutzungsuntersagung verfügt, wie die Pächterin mitteilte. Offensichtlich war die Euphorie der oben genannten Betreiber schnell verflogen. Wie berichtet, musste Geschäftsführer Patrick Hoffmann seinen Posten wegen Zahlungsschwierigkeiten bereits Ende 2018 räumen, und eine neue Geschäftsführerin übernahm das Management.

Auch der neuen Pächterin – die namentlich nicht genannt werden möchte – brachte das Feriendorf allerdings kein Glück: „Ich habe jetzt für mich die Reißleine gezogen und den Vertrag zum 1. April vorzeitig gekündigt“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung.

Aufgrund der fehlenden Brandschutzzertifizierung könne sie es mit ihrem Gewissen nicht mehr vereinbaren, den Betrieb weiterzuführen. Da die mit den Brandschutzmaßnahmen beauftragten Firmen eine „nicht unerhebliche“ Summe der Endabrechnung nicht erhalten hätten, sei auch keine Zertifizierung erfolgt. Deshalb habe der Landkreis inzwischen die Nutzung untersagt.

Außerdem sei ein Lieferant da gewesen und hätte die für einen Gastronomiebetrieb „lebensnotwendigen Einrichtungsgegenstände“ ausgebaut, die von ihrem Vorgänger unter Eigentumsvorbehalt angeschafft worden waren.

„Ich bin jetzt das letzte Glied in der Kette und musste den Gastronomiebetrieb unter diesen Umständen schließen“, sagte die scheidende Pächterin.

Das Schwimmbad habe sie geschlossen, weil es für sie alleine nicht tragbar gewesen sei. Zudem sei es von den zur Sanierung beauftragt gewesenen Firmen mittlerweile per Fernsteuerung „stillgelegt worden“.

„Jetzt sind alle Karten wieder offen“, kommentierte Erster Stadtrat Norbert Geisler die jüngste Entwicklung in der von Höhen und Tiefen geprägten Geschichte des Feriendorfs vor den Toren Frankenaus. „Wir von der Stadt stehen außen vor, weil wir uns finanziell nicht mehr engagieren werden“, betonte Geisler.

Der Eigentümer des Gebäudekomplexes, Louis Janssens, sucht indessen nach einer Lösung. „Ich suche einen Betreiber für die Gastronomie“, sagte der Holländer auf Nachfrage unserer Zeitung.

Er führe derzeit Gespräche, um zu klären, ob ein Weiterbetrieb möglich ist und sieht optimistisch in die Zukunft: „Vielleicht kann schon bald alles wieder eröffnet werden“, sagte er.

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