Hainaer Gemeindeparlament berät über stationären Geschwindigkeitsmesser

Fester Blitzer auch an der Bundesstraße in Löhlbach

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Noch vor dem Löhlbacher Ortsschild beginnt die Tempo-50-Zone. Weil dort in beiden Richtungen oft zu schnell gefahren wird, soll ein stationärer Blitzer installiert werden. Foto: Andrea Pauly

Haina-Löhlbach - Erst einmal geht es nur um einen Grundsatzbeschluss. Die Pläne sind jedoch schon recht konkret: Sowohl der Gemeindevorstand als der Ältestenrat stehen einem fester Blitzer an der B 253 positiv gegenüber.

Auf der Strecke zwischen Frankenberg und Marburg sorgen sie nicht nur für Wut und Empörung bei Auto- und Lastwagenfahrern, sondern auch für volle Kassen in den Gemeindeverwaltungen: Durch die Blitzer an der Bundesstraße rechnet die Gemeinde Münchhausen für 2012 mit Einnahmen in Höhe von 780000 Euro, die Stadt Wetter geht von 800000 Euro aus.

So viel wird es in Löhlbach zwar nicht werden, aber ein Verlustgeschäft ist auch dort nicht zu erwarten; eine Investition könnte sich recht schnell rechnen – davon geht jedenfalls der Gemeindevorstand aus. Die zu erwartenden Einnahmen sind aber nur ein Faktor, die für einen stationären Blitzer sprechen: Im Vordergrund steht eigentlich die Verkehrssicherheit.

Nach bisheriger Erkenntnis kommt in Löhlbach vor allem der Ortsausgang in Richtung Bad Wildungen als Standort für eine Geschwindigkeitsmessanlage in Frage. Dort befindet sich eine Tempo-50-Zone, in der viele Autos und Lastwagen zu schnell unterwegs sind – und zwar in beiden Richtungen. Schon jetzt wird dort oft mit dem mobilen Messgerät geblitzt. Denn aus der Ortslage kommend verleitet die lange Gerade zum Beschleunigen, aus Richtung Hundsdorf rollen viele Verkehrsteilnehmer den Berg zu schnell herunter. Angedacht ist deshalb ein Blitzer, der in beide Richtungen messen kann.

Die Chancen auf eine Genehmigung stehen gut, denn in der betreffenden Zone befindet sich eine Bushaltestelle. Zudem besteht dort im Winter erhöhte Glättegefahr, weil die Sonne diese Stelle der Straße kaum erreicht.

An welchen Stellen stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen aufgestellt werden dürfen, prüft die Polizeiakademie Hessen mit Sitz in Wiesbaden – dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um Messanlagen der Polizei oder von Ordnungsbehörden handelt, sagt Hans-Joachim Dietz, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Verkehrssicherheit an der Polizeiakademie.

Die Beamten halten sich bei der Beurteilung an einen Erlass aus dem Jahr 2006, der klar regelt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. „Entscheidend ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit vor Ort“, sagt Dietz. Faktoren wie Unfallschwerpunkte und Gefahrenpunkte, Straßenführung, Beschilderung und besonders schutzwürdige Zonen wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser werden berücksichtigt. Außerdem finden üblicherweise vorher Verkehrszählungen und Probemessungen statt und die örtlich aktuelle Unfallstatistik wird zu Rate gezogen.

Der „fiskalische Hintergedanke“ – also die Einnahmen aus Bußgeldern – sei kein Grund, um eine Messanlage zu installieren, sagte Hans-Joachim Dietz.

Auf der Tagesordnung im Hainaer Parlament steht aber zunächst einmal ein Grundsatzbeschluss. Dieser ist notwendig, um alle anderen Schritte – etwa die Einstellung von Geld im Haushalt für 2013 – zu ermöglichen. Eine weitere Voraussetzung ist der Beitritt zum Ordnungsbehördenbezirk Burgwald, der ebenfalls am Donnerstagabend in Löhlbach diskutiert werden soll.

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