Kantorei und musikalische Gäste überzeugen mit katholischer Kirchenmusik im evangelischen Gotteshaus

Festlicher Abend mit viel Wiener Flair

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Frankenberg - Zu Höchstform aufgelegte Solisten, Musiker und Mitglieder der Kantorei haben am Sonntag in der Liebfrauenkirche mit dem Konzert „Kaiserliche Klänge“ begeistert.

Konfessionelle Grenzen unter Kirchenmusik-Ausübenden und -Hörenden sind in Frankenberg seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht mehr vorhanden. So wurden am vergangenen Sonntag in der evangelischen Liebfrauenkirche drei Juwelen katholischer Kirchenmusik von einer das Kirchenschiff füllenden Zuhörerschaft begeistert aufgenommen.

Das Programm begann mit einem Tedeum für Chor und Orchester, das Joseph Haydn für den Hof der österreichischen Kaiserin Maria Theresia vertont hat. Der lateinische Text dieses „Ambrosianischen Lobgesangs“ - „Te Deum laudamus bedeutet „Wir loben dich, Gott“ - geht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Er wird auch heute noch im klösterlichen Stundengebet in der Ursprache und mit gregorianischer Melodie gesungen. In deutscher Übersetzung kennt man den Text als Loblied für festliche Anlässe: „Großer Gott, wir loben dich“. Haydns Komposition für Chor und Orchester strahlt auch ohne Mitwirkung von Gesangssolisten klassische Musizierfreude aus.

Die folgende Motette für Solosopran und Orchester - ohne Chor - ist ein Paradestück für Sopranistinnen der Spitzenklasse. Der Text - „Exsultate, jubilate“, „Freut euch, jubelt!“ - weist keinen Bezug zur Liturgie auf. Mozart hat sie wohl anlässlich einer Italienreise für eine italienische Sängerin geschrieben. In Frankenberg wurde die Sopranistin Simone Schwark für ihre hervorragende Interpretation mit viel Beifall bedacht.

Als Hauptwerk stand am Sonntagabend Mozarts Messe in C-Dur am Ende des Programms, die populärste Messe-Vertonung des Klassikers. Man bezeichnet sie als „Krönungsmesse“, obwohl nicht nachvollziehbar ist, wo und zu wessen Krönung sie uraufgeführt wurde. Mit ihren eingängigen Melodien ist sie jedenfalls eine Krone unter den fünfzehn Messen Mozarts.

Die stark besetzte Kantorei der Frankenberger Liebfrauenkirche, die Solisten Simone Schwark (Sopran), Cornelia Sander (Alt), Florian Brauer (Tenor) und Sebastian Kitzinger (Bass), das von Konzertmeister Matthias Erbe zusammengestellte, mit 22 Musikern besetzte Orchester und Beate Kötter an der Orgel krönten unter der Leitung von Kantor Daniel Gárdonyi den Abend mit einer großartigen Leistung. Das Publikum dankte mit ungewöhnlich langem Beifall.(rp)

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