Rote Eimer waren eine "tolle Sache"

Allendorfer Feuerwehr sucht neue Mitglieder mit Werbeaktion

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Mit zwei roten „Löschkübeln“: Gemeindebrandinspektor Horst Huhn (links) und Vorsitzender Stephan Noll von der Allendorfer Feuerwehr.

"Was wurde aus ...?“ heißt unsere Serie zum Jahresrückblick. Heute geht es um die Werbeaktion der Allendorfer Feuerwehr mit 3000 roten Eimern.

Es war eine sehr ungewöhnliche Aktion: Die Mitglieder der Allendorfer Feuerwehr – Einsatzabteilungen und Jugendwehr aus allen Ortsteilen – haben im August 3000 rote Löschkübel an alle Haushalte in der Gemeinde verteilt, um auf personelle Engpässe bei den Brandschützern aufmerksam zu machen (HNA berichtete).

Was auf den Begleitzetteln stand, war natürlich nicht ernst gemeint: „Keine Feuerwehr vor Ort? Haushaltskübel mit Wasser befüllen“, war dort unter anderem zu lesen. Und: „Wenn Feuer zu groß, Nachbarn informieren und Kübelkette bilden.“

Personelle Engpässe bei der Feuerwehr

Selbstverständlich rückt im Falle eines Brandes, Wasserschadens, Unfalls oder bei anderen Katastrophen in Allendorf nach wie vor die Freiwillige Feuerwehr aus. Vorsitzender Stephan Noll wollte mit der Eimer-Aktion auf personelle Engpässe bei den Brandschützern aufmerksam machen. „Es wird immer schwieriger, Ehrenamtliche für den Dienst in der Feuerwehr zu finden“, sagt Noll.

Feuerwehr hatte Idee im Internet entdeckt

Die Idee mit roten Eimern hatte er im Internet entdeckt, und zwar bei der Feuerwehr Vallstedt/Alvesse in der Nähe von Braunschweig. „Der dortige Stadtbrandinspektor hat mit einer Werbeagentur zusammengearbeitet“, berichtet Stephan Noll, der mit den niedersächsischen Kollegen Kontakt aufgenommen und um Erlaubnis gebeten hatte, eine ähnliche Aktion in Allendorf zu starten. „Die haben dort allerdings nur 500 rote Eimer verteilt – wir hatten 3000.“

Hoher Aufwand für Feuerwehr

Es sei schon ein großer Aufwand gewesen, die Eimer zu bestellen, zu bekleben, die Einlege-Zettel zu drucken und schließlich die Eimer an alle Haushalte der Kerngemeinde und der Ortsteile zu verteilen, berichtet der Vorsitzende. „Unter dem Strich hat die Aktion 6000 Euro gekostet.“ Das Geld hatte die Sparkasse Battenberg zur Verfügung gestellt. „Aus Vereinsmitteln hätten wir das nicht leisten können“, sagt Noll.

Und die Resonanz? – „Wir haben sechs aktive Feuerwehrleute für die Einsatzgruppen gewonnen. Vier Neue und zwei Wiedereinsteiger“, berichtet Noll. 14 Frauen und Männer waren bereit, die Feuerwehr als passive Mitglieder finanziell zu unterstützen. „Drei schwanken noch“, so Noll weiter.

Ergebnis der Aktion war weniger zufriedenstellend

„Vom Imagegewinn her war das eine ganz tolle Sache, weil darüber geredet wird“, bilanziert Stephan Noll. Mit dem Ergebnis ist der Vorsitzende allerdings nicht so zufrieden: „Da hatten wir uns doch etwas mehr erhofft.“

Viele Allendorfer hätten sich über einen neuen „Putzeimer“ gefreut, erzählt Stephan Noll etwas enttäuscht. Ein Mann habe die nicht ernst gemeinten Regeln für das Verhalten im Brandfall „im Flur neben die Hausordnung gehängt“, schmunzelt der Vorsitzende. „Wir werden die Leute nochmal gezielt ansprechen und über weitere Werbeaktionen nachdenken“, kündigt er an.

Derzeit 22 aktive Mitglieder

Die Einsatzabteilung der Allendorfer Kerngemeinde-Feuerwehr hat derzeit 22 aktive Mitglieder. Das sei schon nicht schlecht, der Brandschutz sei damit gesichert, sagt Stephan Noll. „Aber wir bräuchten eigentlich 35 bis 40 Leute.“

Kontakt: Wer sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Allendorfer Feuerwehr interessiert, findet weitere Informationen im Internet auf der Homepage feuerwehr-allendorf-eder.de

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