Dodenau

Feuerwehrleute und Tierschützer retten Uhu vor dem Tod in der Eder

- Battenberg-Dodenau (da). Ernst Peter Rade rettet und pflegt seit knapp 40 Jahren verletzte und kranke Vögel. Doch an eine solch aufwändige Rettungsaktion wie am Samstagabend kann sich der Vogelschützer sich nicht erinnern.

Völlig entkräftet war der Uhu, den am Nachmittag ein Spaziergänger auf einem Baumstamm über der Eder sitzend entdeckte. Der Mann verständigte den NABU-Kreisvorsitzenden Heinz-Günther Schneider aus Laisa, der wiederum Ernst Peter Rade alarmierte. Rade betreibt auf dem Lindenhof bei Hatzfeld eine Vogel-Auffangstation.

„Der Uhu muss schon einige Zeit dort gesessen haben“, vermuten Rade und Schneider. Besonders ärgerlich: Offenbar hatten schon Tage zuvor Spaziergänger den seltenen Vogel entdeckt, sogar zwei Fotografen waren mit ihren Stativen schon an der Eder – doch zunächst verständigte niemand die Vogelschützer.

Dicht über der Eder

Der Uhu saß auf einem Ast dicht über der Eder, deren Pegel stetig anstieg. „Das Tier berührte bereits mit den Flügeln das Wasser. Die Nacht hätte er nicht überlebt“, sagt Ernst Peter Rade. „Es muss eine tagelange Strapaze erlitten haben.“ Er verständigte die Rettungsleitstelle, die die Feuerwehr aus Dodenau alarmierte. Weil für die Rettung ein Boot benötigt wurde, forderte Wehrführer Hartmut Specht die Kameraden aus Frankenberg zur Unterstützung an.

Rade stieg zusammen mit zwei Feuerwehrleuten, gesichert mit Schwimmwesten, ins Boot. Nachdem die Retter wegen der starken Strömung zunächst abtrieben und der Uhu seinen Standort änderte, gelang Ernst Peter Rade die Rettung des Uhus. „Am Gefieder hatten sich schon kleine Eiszapfen gebildet“, erklärt der Experte. Deshalb konnte der Uhu, der zudem durch Nahrungsmangel geschwächt war, nicht fortfliegen. Derzeit wird das imposante Tier – bei einer Größe von 70 Zentimetern beträgt die Flügelspannweite 180 Zentimeter – in der Auffangstation auf dem Lindenhof aufgepäppelt.

Noch nicht in die Freiheit

Falkner Rade will noch warten, bis er den Uhu wieder in die Freiheit entlässt – zu groß wäre die Gefahr, dass der Vogel erneut an der Eder jagen und sich in Gefahr begeben würde.Der gerettete Uhu gehört zu einem alten Brutpaar, das seit vielen Jahren bei Battenberg lebt und seine Brut aufzieht. Wie alt der Vogel ist, kann Rade aber nicht bestimmen. Uhus könnten durchaus 20 bis 30 Jahre alt werden, sagte er.

Der Bestand an Nagetieren – der bevorzugten Beute der Uhus – ging in den vergangenen Jahren zurück: „Das Brutpaar stellte sich deshalb auf die Jagd auf Bisamratten um“, sagt Rade. Genau das dürfte dem Uhu in der vergangenen Woche zum Verhängnis geworden sein.

Heinz-Günther Schneider und Ernst Peter Rade dankten den Feuerwehrleuten für ihren ungewöhnlichen Einsatz, der nach Schneiders Angaben vom Regierungspräsidium bezahlt wird – dort gebe es einen Etat dafür. Wehrführer Hartmut Specht lobte die Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Dodenau und Frankenberg.

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