Film- und Fotoabend über historische Motorradrennen begeisterte 450 Besucher

Frühere Rennfahrer und top-restaurierte Maschinen erinnerten an die Motorradrennen in den 1950er Jahren in Battenberg: Von links Botho Knipp (79 Jahre aus Netphen), Organisator Rudolf Steber, Heinrich Meier (84 Jahre aus Bad Laasphe), die beiden früheren Deutschen Meister im Gespann-Geländefahren Hans Polzer und Karl-Heinz Winter aus Battenberg, Josef „Seppel“ Siebert (84 Jahre aus Ramsbeck) und Organisator Reiner Gasse. Fotos:  Hoffmeister

Battenberg. „Ein Programm, das Freude macht und bei dem Erinnerungen wach werden“ hatten die beiden Initiatoren Rudolf Steber und Reiner Gasse in ihren Begrüßungsworten versprochen. Dreieinhalb Stunden später waren die Zuschauer am Freitagabend restlos begeistert:

Der Film- und Fotoabend mit historischen Bildern zu den Motorradrennen in den 1950er-Jahren im Raum Battenberg hatte rund 450 Besucher in die Burgberghalle gelockt.

Die Veranstalter, die von Rainer Bienhaus und Günter Wack unterstützt wurden, hatten die richtige Mischung aus historischem Material und aktuellen Bezügen gefunden. Dazu gaben sich viele noch lebende ehemalige Rennfahrer und Funktionäre ein Stelldichein in Battenberg.

Rudolf Steber ist nie selbst Motorrad gefahren. Doch er saugt seit Jahrzehnten alles auf, was an Dokumenten, Film- und Fotoaufnahmen über die Rennen „Rund um Battenberg“ (1950 bis 1952) sowie auf dem Battenberg-Ring (1953 bis 1956) aufzutreiben ist. Fachkundig wie wohl kein anderer erläuterte Steber den am „Mythos Battenberg“ interessierten Besuchern in der Burgberghalle über 100 historische Bilddokumente. Jeden Fahrer, jeden „Schmiermaxe“ im Beiwagen und jede Maschine kennt Steber ganz genau - dazu die historischen Hintergründe und die Männer, die in der Nachkriegszeit die Battenberger Motorradrennen unter teilweise abenteuerlichen Umständen erst möglich gemacht hatten.

Seinen Freund und Mitorganisator Reiner Gasse, Heimatforscher aus Battenfeld, hat Steber mit dem Renn-Virus infiziert. In der Halle haben die beiden noch Hunderte weiterer Fans angesteckt.

Männer der ersten Stunde waren vor Ort. Zum Beispiel Heinrich Meier aus Bad Laasphe, heute 84 Jahre alt. Er hatte am 24. September 1950 das erste Rennen auf dem Battenberg-Ring in der 250-Kubikzentimeter-Klasse gewonnen.

Zwei Legenden aus dem eigenen Stall der Motorsportclubs (MSC) Battenberg waren in der Burgberghalle: Hans Polzer und Karl-Heinz Winter. Sie waren 1959 und 1960 Deutsche Meister im Gespann-Geländefahren geworden. Oder der heute 84 Jahre alte „Seppel“ Siebert aus Ramsbeck: Ein „harter Hund“, der bei Motorradrennen insgesamt 27 (!) Knochenbrüche erlitten hat, jedoch niemals aufgab.

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Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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