Warmes Wasser durch Sonne

Firma Autarkey bietet System zur effektiveren Nutzung von Solarstrom an

So lässt sich der Strom vom Hausdach besser nutzen: Ingenieur Stefan Finger (links) und Vertriebsleiter Dominik Juli mit dem Gerät, dass mit Strom von der Fotovoltaik-Anlage Brauchwasser erwärmt. Foto: Biedenbach

Bottendorf. Der Bottendorfer Stefan Finger hat ein Mess- und Regelgerät entwickelt, mit dem man Strom aus der Fotovoltaik-Anlage für das Erwärmen von Brauchwasser nutzen kann. Das System könne ohne großen Aufwand an jede Fotovoltaikanlage und jedes Heizungssystem angeschlossen werden, sagt er.

Damit werde überschüssiger Solarstrom effektiv genutzt und die Ölheizung könne im Sommer komplett stillstehen.

Das Eigenverbrauch-Optimierungs-System (EVO-System) wird von der Firma Autarkey vertrieben, die Finger mit seinem Partner Dominik Juli gegründet hat.

„Mit dem Gerät können wir die Wirtschaftlichkeit und den Allgemeinnutzen von Fotovoltaik-Anlagen erhöhen“, erläutert Entwicklungsleiter Stefan Finger.

Durch die Verringerung der Einspeisevergütung seien nach 2011 in Betrieb genommene Fotovoltaik-Anlagen nur dann finanziell attraktiv, wenn damit ein hoher Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms verbunden sei. Für Haushaltsgeräte wie Staubsauger oder Waschmaschine brauche ein Vier-Personen-Haushalt aber nur 30 Prozent des selbst erzeugten Strom, sagt der Elektrotechniker und Informatiker.

Wohin also mit dem Strom? Die Stromspeicherung in Akkus sei mit hohen Anschaffungskosten und mit Wartungskosten verbunden, die sich kaum rentierten, schildert Finger. Und da kommt das EVO-Gerät ins Spiel - im wesentlichen ein Kasten mit Mess- und Regeltechnik.

Das Gerät sorgt dafür, dass, wenn viel Sonne da ist, der überschüssige Strom verwendet wird - was als Nebeneffekt auch das öffentliche Stromnetz entlastet. Die Energie wird in einen Heizstab geleitet, der das Brauchwasser erwärmt.

Es gibt auch die Variante EVO-Flex, die den überschüssigen Strom zum Beispiel in eine Wärmepumpe oder andere Geräte, die viel verbrauchen ( z.B. Klimaanlagen), leitet. Das Gerät kostet etwa 600 Euro, hinzu kommt die Montage durch einen Fachbetrieb.

„Ein Vier-Personen-Haushalt, der sein Warmwasser mit einer Ölheizung erzeugt, spart durch das EVO-System mehr als 300 Liter Heizöl im Jahr und reduziert dadurch den Kohlendioxidausstoß um eine Tonne“, rechnet der Bottendorfer Ingenieur vor. Im Sommer könne die Ölheizung komplett aus bleiben. Eine 5-kwp-Fotovoltaikanlage beispielsweise erzeuge nämlich von April bis Oktober genug zusätzlichen Strom für das Brauchwasser für einen Vier-Personen-Haushalt.

Je nach vorhandenem Brenner rechne sich die Investition für das EVO-Gerät dann schon nach drei bis fünf Jahren. Bei einer Wärmepumpe nur für das Sommerbrauchwasser wäre diese Rentabilität nicht möglich, sagt Finger. (mab)

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Quelle: HNA

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