Frankenberg

Fischen den Weg flussaufwärts bahnen

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- Frankenberg-Schreufa (mba). Das Land Hessen fördert die Umweltschutzprojekte der Städte Frankenberg, Frankenau und Lichtenfels sowie der Gemeinde Bromskirchen mit insgesamt rund 230 000 Euro. Damit sollen die Nuhne und der Lengelbach naturgerecht umgestaltet werden. Heinrich Binzer vom Fischerverband setzt sich seit Jahren für solche Renaturierungen ein.

Die Bewilligung der Fördermittel kam recht überraschend, wenngleich willkommen: So empfingen die Bürgermeister Christian Engelhardt (Frankenberg), Björn Brede (Frankenau) und Uwe Steuber (Lichtenfels) Mark Weinmeister, Staatssekretär im Umweltministerium, bei seinem Besuch an symbolträchtiger Stelle: der Nuhnefurt bei Schreufa, einem der Hindernisse für Fische und andere Wasserbewohner. Die Furt soll im Rahmen der Renaturierung tiergerecht umgestaltet werden.

Weinmeister überreichte­ den Bürgermeistern die Bewilligungsbescheide über rund 163 000 Euro für die Arbeiten an der Nuhne sowie über rund 67 000 Euro für den Lengelbach. Das Land übernimmt somit jeweils 85 Prozent der Kosten für die Verbesserung des ökologischen Zustands der beiden Flüsse. „Das ist ein sehr hoher Fördersatz“, sagte Weinmeister. Die Mittel der Kommunen sollen durch die Renaturierung der Flüsse nicht zu sehr strapaziert werden.

Von der Förderung profitiert auch die Gemeinde Bromskirchen, Bürgermeister Karl-Friedrich Frese konnte aber nicht zum Treffen kommen. Die Kosten für die geplanten Arbeiten an der Nuhne belaufen sich auf rund 200 000 Euro, am Lengelbach auf rund 80 000 Euro. Den ökologischen Zustand der Fließgewässer nachhaltig zu verbessern, sei auch eine Anforderung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die an alle Kommunen gerichtet sei und bis 2015 umgesetzt werden müsse, erläuterte der Staatssekretär.

Ralf Enderlein vom beteiligten Fachdienst Wasser- und Bodenschutz des Landkreises erläuterte die Umweltschutzvorhaben: Die Nuhne soll auf rund 19 Kilometern Länge in einen möglichst natürlichen Zustand zurückversetzt werden, beim Lengelbach werden insgesamt etwa zwölf Kilometer in Angriff genommen. So soll beispielsweise die Betonsohle der Nuhnefurt bei Schreufa durch eine Kiesaufschüttung ersetzt werden, die von Wassertieren überwunden werden kann. Auch das hohe Wehr in der Nähe der unteren Butzmühle soll durch eine Steinaufschüttung für wandernde Fische überwindbar werden.

Im Lengelbach soll zunächst ein Absatz an der Einmündung in die Eder beseitigt werden. Außerdem wird das Bachbett bei Allendorf/Hardtberg erweitert und so die Fließgeschwindigkeit verringert. Ein weiteres Vorhaben ist die Beseitigung von künstlichen Uferbefestigungen an den Flüssen.

Im Sinne einer raschen Umsetzung handele es sich bei den Arbeiten und Vorhaben zunächst um Teilprojekte, bei denen auf formelle Genehmigungsverfahren verzichtet werden könne, erläuterte Enderlein. Mit den Renaturierungsprojekten sollen die Wasserqualität sowie die Struktur der Lebensräume verbessert werden. Vor allem sollen die Flüsse für wandernde Fische wieder durchgängig gemacht werden. Dies sei ein Schwerpunkt der Projekte, sagte Enderlein. An der Nuhne sollen weitere Renaturierungsmaßnah­men folgen, die aber einer wasserrechtlichen Genehmigung bedürfen. Die Kosten werden­ auf rund 250 000 Euro geschätzt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 4. Mai

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