Zehn Kilometer in drei Jahren

Schülerin entdeckt Flaschenpost an Eder und sucht nach Absender

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Überraschendes Fundstück: An dieser Stelle am Eder-Ufer in Frankenberg hat Sharon Wolf die alte Flaschenpost entdeckt.

Schülerin Sharon Wolf hat beim Spaziergang an der Eder eine alte Flaschenpost entdeckt. Sie liest die Nachricht - und macht sich auf die Suche nach dem Absender.

Beim Nachmittagsspaziergang an der Eder hat Sharon Wolf am Flussufer ein ganz besonderes Fundstück entdeckt: eine alte Flaschenpost. Dabei ist der Schülerin zunächst gar nicht klar, was sie dort eigentlich gefunden hat. „Ich habe im Gras nur eine Plastikflasche gesehen und dann beim genaueren Hinschauen noch eine Glasflasche mit einem Zettel entdeckt“, erzählt sie.

Neugierig schraubt Sharon den Verschluss auf, holt das weiße Papier heraus, rollt es auseinander und beginnt zu lesen: Ein siebenjähriger Junge aus Battenfeld habe im Kindergarten sein Abschlussfest gefeiert und freue sich darauf, ab August in die Schule zu gehen. „Wenn du diese Flaschenpost findest, würde ich mich über einen Brief von dir freuen“, heißt es weiter.

Flaschenpost: Schülerin sucht nach Absender

Doch statt schriftlich auf die Nachricht zu antworten, setzen sich die junge Finderin und ihr Vater Frank noch am selben Abend ins Auto und fahren gemeinsam zur angegebenen Adresse in Battenfeld. „Für so ein Abenteuer bin ich immer zu haben“, verrät Sharons Vater.

Im Auto gehen den Wolfs einige Fragen durch den Kopf: Wie alt ist der Junge heute? Wie sieht er aus? Und wie wird die Familie auf den Überraschungsbesuch reagieren? „Das war schon sehr aufregend“, gesteht Sharon.

Am Wohnhaus des Kindes in Battenfeld angekommen, öffnet eine Frau verdutzt die Tür. Es ist die Mutter des Jungen, die erzählt, dass ihr Sohn mit seinem Vater im örtlichen Vereinsheim Fußball schaue. Der Junge sei heute zehn Jahre alt. Damit ist klar: Die Flaschenpost hat für die etwa zehn Kilometer lange Strecke zwischen Battenfeld und dem Wohnort der Wolfs in Frankenberg rund drei Jahre benötigt.

Flaschenpost: Party mit Absender-Familie geplant

Sharon und ihr Vater fahren zum Vereinsheim, fragen dort nach dem Jungen und finden ihn tatsächlich. „Er und sein Papa haben erst einmal gestaunt, weil sie eigentlich mit einem Brief gerechnet hatten, aber dann haben sie es cool gefunden, dass sich nach all den Jahren jemand ins Auto setzt und zu ihnen fährt“, erzählen die Wolfs vom ersten Aufeinandertreffen mit der Familie in Battenfeld, die namentlich nicht genannt werden will.

„Die Flaschenpost war natürlich aus dem Sinn, weswegen wir sehr positiv von Sharons und Franks Besuch überrascht wurden“, freut sich auch der Vater des Grundschülers über die Begegnung, die nicht die letzte bleiben soll. Sharons Vater Frank plant für den Sommer bereits einen gemeinsamen Grillabend: „Dann feiern wir eine große Flaschenpost-Party.“

Von Pascal Spindler

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