Modelle für Battenbergs Kindergärten

Flexibilität gegen Kosten

Die Battenberger Kindergärten – hier die Einrichtung in Laisa – sollen auch künftig qualitätiv hochwertige Betreuung bieten, dabei aber die Stadtkasse nicht noch weiter belasten. Pläne des „Runden Tisches“ liegen nach einer Diskussion in den Ausschüssen jetzt bei den Fraktionen.Archivfoto: Adel

Battenberg - Wie passen Flexibilität und Qualität in der Betreuung von Kindern mit dem Anspruch zusammen, die städtischen Kassen durch Kindergärten nicht noch weiter zu belasten? Es ist eine schwierige Frage - auf die auch die Battenberger Ausschüsse keine Antwort gefunden haben.

Die Debatte um die Zukunft lief am Donnerstagabend in den Battenberger Ausschüssen schon eine ganze Weile, als Bürgermeister Christian Klein irgendwann resigniert feststellte: „In dieser Diskussion spiegelt sich wieder, dass wir Kommunen vom Land im Stich gelassen werden - und es wird nicht besser werden“. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses wie des Ausschusses für Jugend, Sport und Kultur versuchten den Spagat zwischen einer einerseits nicht noch teureren Kinderbetreuung und einem andererseits qualitativ hochwertigen sowie für Eltern flexiblen Betreuungsangebot. Und eigentlich, warf Klein ein, dass das „ein Spagat den wir uns nicht leisten können“.

Grundlage für die Diskussion war ein Entwurf des Runden Tisches: In dem hatten seit Januar die Leiterinnen der vier Kindergärten in Battenberg, Laisa und Dodenau mit Vertretern der Träger und der Stadt, darunter der Bürgermeister, über die Zukunft der Kleinkindbetreuung nachgedacht. Zentraler Punkt: Änderungen im Modulsystem. Laut Klein sei in der Vergangenheit zu oft von Eltern zwischen verschiedenen Modulen gewechselt worden. „Das bedeutete eine gute Flexibilität für die Eltern, aber Planungsunsicherheiten für die Eltern und Kosten-unsicherheit für die Stadt“, sagte Klein. Konsens beim runden Tisch sei es gewesen, künftig nur noch zwei Module anzubieten: Eines mit Öffnungszeiten von 7 bis 13 Uhr und optionalem Mittagessen und eines von 7 bis 16.30 Uhr. Die Kosten sollen bei 100 respektive 150 Euro für das erst Kind liegen und 70 beziehungsweise 110 Euro für das zweite Kinde. Schulkinder im letzten Kindergarten-Jahr zahlen nur 50 Euro, für den Hort werden 70 Euro fällig. Ein Wechsel zwischen den Modulen soll nicht mehr möglich sein - Eltern sollen sich für ein Jahr fest für ein Modul entscheiden.

Eltern wollen tauschen

Gerade aber an der eingeschränkten Flexibilität entzündete sich in den Ausschüssen die Diskussion: „Dass die Möglichkeit in Anspruch genommen wurde zeigt doch, dass Bedarf da ist“, sagte Jörg Timmermann von der BL Laisa/Frohnhausen/Berghofen. Auch Wolfgang Stein aus Dodenau plädierte für eine größere Flexibilität in den Modulen. Horst Dieter Bienhaus von der BL Battenberg berichtete von Gesprächen mit Eltern, die sich mit den angedachten Zeiten sehr zufrieden, mit der Festlegung auf ein Jahr aber sehr unglücklich seien.

Schließlich entstand Einigkeit, das bei einem „wichtigen Grund“ ein Modulwechsel wohl kaum zu verwehren sei. „Achtung! Wer sagt, was ein wichtiger Grund ist“, warf der Bürgermeister in die Diskussion ein: Die Abwägung würde die Leiterinnen der Tagesstätten vor großen Entscheidungs- und Rechtfertigungsdruck stellen. Und die Verwaltung könne dies nicht leisten.

Da er nach einer Stunde noch viel weiteren Diskussionsbedarf sah, war es Heinz-Günther Schneider, der den Punkt durch einen Antrag zur Geschäftsordnung - und einstimmigen Beschluss der Ausschüsse - in die Fraktionen verwies.

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