"Stunde der Gartenvögel"

Fliegenden Gartenbesuchern eine Stunde Zeit widmen

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Mit Erkennungsbögen vom NABU geht es noch leichter: Am Wochenende bitten die Naturschützer darum, eine Stunde lang Vögel in Gärten und Parks zu zählen.Foto: NABU

Frankenberg - Trotz vorausgesagtem Wärmeeinbruch ruft der Naturschutzbund NABU an diesem Wochenende wieder zur "Stunde der Wintervögel" auf. Jeder kann im eigenen Garten oder durch Beobachtung am Futterhaus mitmachen.

Meisen, Finken oder Drosseln, viele Vögel halten sich im Winter in der Nähe des Menschen auf und suchen häufig an Futterhäuser nach Nahrung. Im Mittelpunkt der jährlichen ?NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ stehen die vertrauten und oft weit verbreiteten Vogelarten.

Wo kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel stark machen“, betont NABU-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider. Bei der „Stunde der Wintervögel“ stehen jene Piepmätze im Mittelpunkt, die auch bei Schnee und Kälte in der Region ausharren.

Das Mitmachen ist ganz einfach: Alle Naturfreunde beobachten die gefiederten Freunde am Futterhaus, im Garten, vom Balkon aus oder im Park und melden dem NABU, was sie innerhalb einer Stunde entdecken können. Dann gilt es, von jeder Art die höchste Anzahl der Vögel, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen waren, zu notieren. Das vermeidet Doppelzählungen.

Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Bei Nahrungsengpässen tauchen in manchen Wintern in riesiger Zahl auch Invasionsvögel wie Seidenschwanz, Erlenzeisig oder Bergfink auf.

Entstanden ist die „Stunde der Wintervögel“ in Großbritannien, seit 2011 gibt es sie auch in Deutschland. Vor einem Jahr bei ebenfalls wenig winterlichem Wetter nahmen mehr als 76.000 Vogelfreunde an der Aktion teil. Insgesamt gingen Meldungen aus 53.000 Gärten und Parks mit zwei Millionen gezählten Vögeln ein.

Auch aus Waldeck-Frankenberg nahmen viele Vogelfreunde teil. Viele Vogelarten wurden deutlich seltener beobachtet als im Vorwinter, im Durchschnitt wurden 38 Vögel je Garten notiert. Dabei eroberte der Haussperling trotz Verlusten den Spitzenrang von der Kohlmeise zurück, dahinter platzierte sich erneut die Blaumeise knapp vor dem Feldsperling, gefolgt von Amsel, Grünfink und Buchfink. Elster, Rabenkrähe und Rotkehlchen komplettierten die Liste der zehn häufigsten Vögel.

Die Meldung erfolgt am schnellsten unter www.nabu.de über ein Online-Formular. Telefonisch werden die Meldungen am Samstag und Sonntag unter 0800/1157115 entgegen genommen. Die NABU-Gruppen im Landkreis verteilen auch Flyer und Meldebögen, die per Post eingesandt werden können. (sr)

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