Freudentränen: 1939 aus Gemünden vertriebene jüdische Familie besuchte frühere Heimat

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Glückliche Gäste: Die jüdische Familie Marx vor dem Haus in Gemünden, in dem Ellen Marx-Kramer aufwuchs, bevor ihre Familie nach Amerika flüchtete.

Gemünden. Den 22. August 2014 werden Ellen Marx-Kramer und ihre Familie nie vergessen. Marx-Kramer ist Jüdin und wurde 1936 in Gemünden geboren. Als die Nationalsozialisten begannen, die Juden in Konzentrationslager zu transportieren, flüchtete die 78-Jährige mit ihren Verwandten nach Amerika. Jetzt besuchte sie mit ihrer Familie zum ersten Mal ihre frühere Heimat.

„Das ist einfach ein wundervoller Tag“, sagte Marx-Kramer sichtlich gerührt. Als sie vor dem Haus stand, in dem sie geboren wurde, kämpfte sie mit ihren Gefühlen. Bei Gaby Engelland, die heute mit ihrem Mann Wilhelm in dem Gebäude in der Lindenstraße in Gemünden wohnt, flossen sogar Freudentränen. „Es ist so schön, jemanden kennenzulernen, der früher hier gelebt hat“, erzählte sie mit zittriger Stimme.

Neben dem Besuch des Elternhauses von Ellen Marx-Kramer stand für die zwölfköpfige Familie aus Amerika auch eine Fahrt nach Grüsen auf dem Programm. Dort lebten einst die Vorfahren der Marx-Familie, ehe diese nach Gemünden zog. Begleitet wurde die Gruppe von Gemündens Bürgermeister Frank Gleim, der ebenfalls von der Freude der Amerikaner ergriffen war: „Ein toller Moment, so etwas mitzuerleben.“

Der Kontakt zwischen der Familie aus Amerika und Gemünden kam durch Judith Kramer-McEvoy, Tochter von Ellen Marx-Kramer, zustande. Sie hatte Hans-Peter Klein kontaktiert, der über jüdische Familien in Gemünden recherchierte.

Aufgrund der Vergangenheit ihrer Familie - ein Onkel von Marx-Kramer wurde im Konzentrationslager Auschwitz ermordet - entschied sich die 78-Jährige dazu, ihre frühere Heimat zu besuchen.

Von Kevin Hildebrand 

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Quelle: HNA

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