Fehlen von Fachkräften und Auszubildenden entgegenwirken

Flüchtlinge sollen Handwerk verstärken

Waldeck-Frankenberg. Die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg will Flüchtlinge und Asylbewerber in den Arbeitsmarkt integrieren.

Ziel ist es, dem Fehlen von Fachkräften und Auszubildenden entgegenzuwirken, das durch den demografischen Wandel bedingt ist.

Wie Geschäftsführer Gerhard Brühl auf HNA-Anfrage erläuterte, hat die Kreishandwerkerschaft (KHW) für ihr Projekt beim Hessischen Sozialministerium eine finanzielle Förderung aus dem Programm „Impulse der Arbeitsmarktpolitik“ (IdeA) beantragt.

Geplant ist, eine sechsmonatige Beruforientierung für Flüchtlinge anzubieten. Die Teilnehmer sollen zunächst Deutschunterricht erhalten. Dann können sie in den Lehrwerkstätten ihre Fähigkeiten und Neigungen testen. Anschließend soll ein dreimonatiges Betriebspraktikum folgen. Zwei Durchgänge mit jeweils 12 bis 15 Teilnehmern sind zunächst anvisiert.

„Diese Menschen, die hier völlig fremd sind, brauchen Unterstützung“, sagt Brühl. Deshalb sollen zwei Sozialpädagogen angestellt werden. Dafür solle das Geld vom Land verwendet werden. Zudem stünden im Kreishaushalt bereits 50 000 Euro für die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zur Verfügung, schildert der Geschäftsführer.

Brühl ist optimistisch, dass auf diese Weise Nachwuchskräfte gewonnen werden können. Das Handwerk habe schließlich schon viele Menschen integriert - ob Italiener, Türken oder Russland-Stämmige. Ein ähnliches Pilotprojekt für das Bauhandwerk laufe bereits in Bebra.

Die KHW arbeitet bei dem Projekt eng mit Jobcenter, Agentur für Arbeit und Landkreis zusammen - insbesondere die Ausländerbehörde sei gefragt, denn die Arbeits- und Aufenthaltsbestimmungen seien kompliziert, schildert Brühl.

Welche Probleme das Handwerk hat, die Lehrstellen zu besetzen, und wie die evangelischen Kirchenkreise das Projekt unterstützen, das lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe

Quelle: HNA

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