Flüchtlingsproblematik: Große Hilfsbereitschaft in Allendorf

28 Versammlungsteilnehmer haben sich spontan als ehrenamtliche Flüchtlingshelfer gemeldet: Auch Corinna Arnold (rechts), die sich hier in die Liste der Koordinatorin der Flüchtlingshilfe der Gemeinde Allendorf, Sandra Kappenstein, eingetragen hat. Foto: Arnold

Allendorf/Eder. Groß ist in Allendorf die Bereitschaft, bei der Flüchtlingshilfe mitzuwirken. Bei einer Versammlung trugen sich 28 Frauen und Männer in vorbereitete Listen ein.

Rund 150 Menschen waren gekommen, um sich informieren zu lassen. „Wir wollen Konflikte sichtbar machen und Gerüchte vermeiden“, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Norbert Bötzel, zur Eröffnung. Besonders begrüßte er Landrat Dr. Reinhard Kubat.

„Ab dem Sommer haben sich die Ereignisse überschlagen“, sagte der Landrat über die Flüchtlingsproblematik. „Am 30. September kam der Befehl aus dem Innenministerium, 1000 Menschen im Landkreis aufzunehmen.“ Wie dies geschafft werden konnte, erklärte Kubat so: „Das war nur möglich mit ehrenamtlichen Menschen, die guten Willens sind.“ Er bedauere aber, dass Unwahrheiten gestreut würden, betonte Dr. Kubat. Fakt sei vielmehr, dass nach Aussagen der Polizei bisher keine Gewalt oder Auffälligkeiten von Flüchtlingen bekannt geworden sind.

„Wir müssen auf der Hut sein“, verwahrte sich Dr. Kubat gegen vorschnelle Urteile gegenüber Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen. „Ich kann uns allen nur wünschen, dass wir die Kraft haben, die bisherige Praxis durchzuhalten.“

Nach den Worten von Bürgermeister Junghenn sind aktuell in Allendorf 61 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. „Wir haben zwölf Wohnungen und ich bitte darum, weiteren Wohnraum zu melden. Es bleibt unser Ziel, die Menschen in Wohnungen und nicht in Sammelunterkünfte unterzubringen. Die Container sollen nur im Notfall genutzt werden.“ Als Ziel des Abends nannte Junghenn, „ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, die mithelfen, den Flüchtlinge hier einen Start zu ermöglichen.“ Daneben gehe es aber auch darum, Verwaltungs- und Bauhofmitarbeiter zu entlasten.

„Suchen Sie sich ein Thema aus, wie sie für unsere Flüchtlinge etwas bewegen können“, appellierte Junghenn an die Versammlung.

Die Informationen von Landrat und Bürgermeister sowie das Verständnis dafür, dass es nicht mehr um das „Warum“, sondern nur noch um das „Wie“ geht, waren bei der Versammlung richtig angekommen. Das war die Grundlage für eine sachliche Gesprächsrunde, in der Bürgermeister und Landrat viele Fragen der Versammlungsteilnehmer beantworteten. (wi)

Quelle: HNA

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