Jugendliche für die Natur begeistert

Föhrenbach-Medaille für Frank Seumer

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Frank Seumer (Mitte) ist am Freitag mit der Dr.-Jürgen-Föhrenbach-Auszeichnung des Frankenberger Lions-Clubs ausgezeichnet worden. Im Bild mit (von links) Lions-Präsident Adam Willi Finger, Jürgen Föhrenbachs Witwe Gisela Föhrenbach, Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß und Landrat Dr. Reinhard Kubat.Foto: Mark Adel

Frankenberg - Seit 30 Jahren setzt sich Frank Seumer für den Naturschutz ein. Als Mitbegründer der Frankenberger Naturschutzjugend hat er zahlreiche Jugendliche für aktiven Naturschutz begeistert und auch straffällig gewordene junge Menschen integriert. Für sein Engagement hat er die Dr.-Jürgen-Föhrenbach-Auszeichnung des Frankenberger Lions Clubs erhalten.

Von Beruf ist Seumer Finanzbeamter und damit in einer Funktion, die eine „geteilte öffentliche Wahrnehmung“ hervorrufe, merkte Landrat Dr. Reinhard Kubat augenzwinkernd an. Doch mit seinem Engagement mache Frank Seumer deutlich, wie sehr er sich seinen Mitbürgern verbunden fühle. Kubat hielt die Laudatio auf den Preisträger, der am Freitagabend im Sitzungssaal des historischen Rathauses im Beisein der Mitglieder des Lions Clubs und einiger langjähriger Weggefährten ausgezeichnet wurde.

Seit 1983 ist er Mitglied des NABU, 1989 war Frank Seumer Mitgründer der Frankenberger Naturschutzjugend. Er weckt das Interesse von Jugendlichen am Naturschutz und motiviert sie zu Arbeitseinsätzen in der Natur.

Seit zehn Jahren betreut Seumer auch straffällig gewordene Jugendliche, die Arbeitsauflagen im Naturschutz ableisten müssen. „Jährlich investiert er allein dafür rund 150 Stunden seiner Freizeit“, sagte Kubat. Dieser Einsatz sei mehr als nur „Beschäftigungstherapie“, betonte er. „Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels können wir es uns nicht leisten, junge Menschen, die den Anschluss verpasst haben, zurückzulassen.“ Frank Seumer gebe ihnen Orientierung „und leistet mit seiner Arbeit einen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und insbesondere unserer ländlichen Region“.

Er bewundere an Frank Seumer, „dass es ihm offenbar mühelos gelingt, sein gesellschaftliches Engagement, seine naturschützerischen Aktivitäten und sein tief empfundenes Verantwortungsgefühl seinen Mitmenschen gegenüber in eine Einheit zu bringen“.

Auch als Fledermaus-Experte hat sich Frank Seumer einen Namen gemacht. Er ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz. Unter anderem war er an Forschungsarbeiten im Nationalpark Kellerwald beteiligt - dort hat er zudem an der Kartierung der Quellen mitgewirkt, insgesamt mehr als 500. Sein Wissen gibt er weiter. Frank Seumer veröffentlicht Artikel in der Frankenberger Zeitung, deren freier Mitarbeiter er seit 20 Jahren ist. Außerdem hält er Vorträge, unter anderem bei Schulklassen, und führt Exkursionen in Zusammenarbeit mit der Jugendburg Hessenstein durch. Ferner ist er seit 1995 Mitautor der vogelkundlichen Hefte Edertal.

Ein weiteres Projekt, an dem Frank Seumer beteiligt ist, ist die Beweidung des Goldbachtals bei Wangershausen mit Rotem Höhenvieh. Engagiert war der 45-Jährige auch beim Agenda-Prozess in Frankenberg. Er fungierte als Sprecher der Gruppe „Landwirtschaft und Naturschutz“. Für sein Engagement hat Frank Seumer im Jahr 2008 den Landesehrenbrief erhalten. 2011 zeichnete ihn der damalige Sozialminister Stefan Grüttner für soziales Bürgerengagement aus. Seumers Verdienste würdigte am Freitagabend auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. „Da bekommt jemand die Auszeichnung, der sie wirklich verdient hat“, sagte er.

Dass Frank Seumer das Preisgeld der mit 3000 Euro dotierten Ehrung nicht behält, überraschte wohl niemanden, der den 45-Jährigen kennt. Das Geld soll für die Realisierung des Fledermaus-Lehrpfads an Burg Hessenstein, einen Waldlehrpfad in Frankenberg und eine Freizeit in ein Kranich-Rastgebiet an der Ostsee verwendet werden.

Nach dem Motto „Fördern durch Fordern“ sei es immer wieder gelungen, Jugendliche an den Verein zu binden, sagte Seumer. Auch nach 24 Jahren seien noch viele vom ersten Tag an in der Naturschutzjugend. Diese ehrenamtliche Arbeit „halte ich für selbstverständlich“.

Als langjährige Weggefährten nahmen Marcus Hesse, Günter Faust, Anne Walenzik, Felix Normann, Evgenij Gutknecht und Ömer Balkaya an der Feierstunde teil.

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