Finanzierungslücke von 1,4 Millionen Euro für Neubau

Förderverein für ein stationäres Hospiz

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Frankenberg - Der nächste Schritt auf dem Weg zu einem stationären Hospiz ist in Sicht: Ein Förderverein soll gegründet werden, um Geld für den Bau und den späteren Betrieb zu sammeln. Christl Weimann versprach, auch in Zukunft mit Leidenschaft für ein stationäres Hospiz zu kämpfen.

Eine solche Einrichtung mit acht Betten würde 2,4 Millionen Euro kosten, sagte Christl Weimann, Vorsitzende des Vereins „Ambulantes Hospiz“ während der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend.

Eine Million Euro hat der Landkreis als Anschubfinanzierung zugesagt, für den Rest fehlt ein Konzept. Bisher hatte das Ambulante Hospiz mit der Unterstützung des Kreiskrankenhauses gerechnet – doch dieses habe sich zurückgezogen, berichtete Christl Weimann. „Jetzt brauchen wir erst mal das Geld.“ Denn die Chance, einen Träger für eine stationäre Einrichtung zu finden, sei deutlich größer, wenn die Finanzierung gesichert sei.

Um dies zu erreichen, soll demnächst ein Förderverein gegründet werden, dessen Aufgaben das Sammeln von Spenden und die Suche nach einem Träger sind – denn diese Aufgabe könne das Ambulante Hospiz nicht leisten. Für den Verein wünscht sich Christl Weimann Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Professionen, die bei der weiteren Planung mit ihrem Fachwissen helfen können. Eine kostengünstigere Variante als ein Neubau scheint unwahrscheinlich. Denn ein stationäres Hospiz unterliegt der Heimgesetzgebung und muss zahlreiche Auflagen erfüllen. „Das ist wie eine kleine Klinik“, verdeutlichte Weimann.

Mit der Finanzierung des Gebäudes samt Einrichtung ist es aber noch nicht getan: Der Betrieb des Hospizes würde pro Tag und Bett 270 Euro kosten. Nach Angaben von Weimann tragen 90 Prozent davon die Kranken- und Pflegekassen, für 27 Euro pro Tag und Person müsste aber ebenfalls eine Finanzierung sichergestellt werden. Bei einer Auslastung von etwa 90 Prozent wären laut Christl Weimann Kosten in Höhe von 60000 Euro jährlich zu tragen. „Das klingt nach viel, aber wenn man das pro Monat rechnet und an die vielen Firmen in der Region denkt, sind das kleine Beträge“, sagte die Vereinsvorsitzende. Sie unterstrich noch einmal, wie wichtig ein Hospiz für den Landkreis sei: Bis in den Einrichtungen in Marburg oder Kassel ein Bett frei werde, sei es für die Patienten oft schon zu spät. Deshalb müssten Todkranke aus dem Landkreis oft ihre letzten Tage im Krankenhaus oder in Seniorenpflegeheimen verbringen – „das macht mich sehr traurig“, betonte Weimann. Auch für die Angehörigen sei das oftmals eine schwierige Situation, vor allem, wenn die Patienten noch jünger sind.

Auch der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß ging in seinem Grußwort auf das geplante stationäre Hospiz ein und betonte, wie wichtig eine solche Einrichtung sei. Allerdings gehe er von einem „steinigen Weg“ aus.

Auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung standen auch Vorstandswahlen. Christl Weimann bleibt Vorsitzende, der Posten des Stellvertreters ist vorerst vakant, Bärbel Schwertmann trat zurück. Neue Schriftführerin ist Dagmar Kroneberg, die auf Volker Czerwinsky folgt. Ebenfalls neu im Vorstand ist der Frankenauer Pfarrer Dr. Harald Wahl. Er übernimmt das Amt des Schatzmeisters von Pfarrer Dr. Jörg Mosig, der von Haina nach Bremen gewechselt ist. Als Beisitzerinnen bleiben Renate von Wintzigerode, Dr. Annegret Kiendl und Marie-Luise Hartmann im Amt. Alle Wahlergebnisse fielen einstimmig aus.

Christl Weimann hieß zwei neue ehrenamtliche Helfer im Ambulanten Hospiz willkommen: Martina Steiner und Anton Kaschin haben den Kurs in Marburg erfolgreich absolviert.

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