Kesterburg Folk und Djembé-Trommeln beim Open Air auf dem Christenberg

Folksongs im Mondschein

Bunt schillernd: Die angestrahlte Martinskirche auf dem Christenberg war Kulisse für das dritte Open-Air-Konzert, zu dem die aus der Burgwald-Region stammende Gruppe Kesterburg-Folk mit internationaler Folklore und Balladen eingeladen hatte. Foto: Völker

Burgwald. Sonnenuntergang über dem Wetschaftstal, aufgehender Mond neben der angestrahlten Christenbergkirche, dann Fackellicht und Wunderkerzen in einer warmen Sommernacht - der Rahmen für das dritte Open-Air-Konzert der Gruppe „Kesterburg Folk“ im Burgwald konnte schöner nicht sein. Gemeinsam mit dem Kimba Djembé Orchestra aus Marburg boten die Kesterburger ein anspruchsvolles, vielfarbiges Konzert mit Folklore, Balladen, Pop und Songs dreier Kontinenten vor vielen Zuhörern aus dem Frankenberger und Marburger Raum.

Musikalische Disziplin

Der Rhythmus der großen und kleinen Trommeln und die Freude, die Kristin Glißmann mit den Absolventen ihrer Djembé-Schule „La Percussion“ ausstrahlte, sprang bald über auf das Publikum, das am Waldgasthaus Christenberg an langen Tischreihen bewirtet wurde. Schnell trauten sich erste Tänzerinnen auf den Rasen. Mit improvisatorischem Temperament, aber auch musikalischer Disziplin setzten die Trommlerinnen und Trommler den Grundstrukturen ihre komplizierten Rhythmus-Synkopen entgegen, brachten Körper und Gesang in Einklang mit afrikanischen Rufen und Kultformen.

Der Auftritt der Gruppe Kesterburg Folk, die in der Burgwald-Region viele Fans hat, unter den Gästen auch Münchhausens Bürgermeister Peter Funk, ließ bunt schillernd ein breites Spektrum von Songs der 1960er- und 1970er-Jahre, Traditionals und gefühlvolle Liebeslieder aufblühen. Wobei Siggi Frings mit Gitarre und feinem Sopran vor allem die Balladen anführte, Regina Held mit Perkussion und ausgeprägter Alt-Stimme für Sicherheit sorgte, Erika Brock mit der Trommel die Bassfundamente setzte und Edgar Brock mit Akkordeon und Lederhose vor allem im bayerischen Teil seinen großen Auftritt hatte. Mit den zarten Linien ihrer Geige gab Adelheid Neumann der Gruppe noch zusätzliche, kontrastive Farben.

Die Gruppe beherrscht sauberen A-cappella-Gesang, die Frauenstimmen allein brillierten bei „In the morning of my life“, alte Volkslieder wie „Es führt über den Main eine Brücke aus Stein“ mit den Paraphrasen der Violine erhielten ein ausdrucksvolles, neues Klangkleid. Ganz persönliche Erinnerungen bei Kesterburg Folk und den Zuhörern weckte ihre einfühlsame Version von „Pipers to the end“ von Mark Knopfler. Aber auch an Janis Joplin wurde Tribut gezollt mit Stücken wie „Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes Benz“.

Schwermütige Lyrik und temperamentvolle Musik aus Russland bot zu Gitarrenklängen in ihrem Soloteil Adelheid Neumann. Einen beachteten Auftritt als Gast hatte an der Gitarre auch Stefan Heck mit humorvoller Folklore.

Es gab nach zweieinhalb Stunden Programm herzlichen Beifall für Kesterburg-Folk, dann „Gute Nacht, Freunde“ als Abschiedslied, „denn wir wollen mit euch ja noch ein bisschen gemütlich zusammen sitzen“, wie Sängerin Regina Held ihren Fans versicherte.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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