150 Osborn-Beschäftigte nahmen an Aktion der IG Metall teil – 4800 in Nordhessen

Sie fordern faire Leiharbeit

Sie setzten sich für eine wirksame Begrenzung der Leiharbeit ein: 150 Beschäftigte von Osborn International in Burgwald nahmen unter dem Motto „Arbeit – sicher und fair“ an einem Aktionstag teil. Foto: nh

Burgwald. 4800 Beschäftigte haben am Donnerstag am Aktionstag der IG Metall Nordhessen für eine wirksame Begrenzung der Leiharbeit teilgenommen. Mit dabei waren auch 150 Beschäftigte der Firma Osborn in Burgwald.

Am Vormittag waren zunächst rund 2000 Teilnehmer aus den Betrieben der Kasseler Industriegebiete Mittelfeld und Bettenhausen auf die Straße gegangen. Mittags nahmen rund 1800 Menschen an Versammlungen im Volkswagenwerk in Baunatal teil. Weitere 1000 Menschen besuchten Kundgebungen und Versammlungen in den Landkreisen.

In Burgwald sprachen sich der Betriebsratsvorsitzende von Osborn, Friedhelm Böcking, und IG-Metall-Sekretär Bernd Löffler für eine bessere Regulierung der Leiharbeit aus. „Wir fordern die Regierungsparteien auf, bei der Leiharbeit endlich eine klare Grenze zu ziehen“, sagte Löffler. Er forderte den gleichen Lohn für Leiharbeiter und Stammbeschäftigte ab dem ersten Einsatztag: „Der Missbrauch der Leiharbeit zugunsten der Unternehmensgewinne muss aufhören.“

Politik soll eingreifen

In Kassel betonte der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel, die IG Metall sei nicht grundsätzlich gegen Leiharbeit. „Zur Deckung von Auftragsspitzen ist das okay, wenn auch die Leiharbeitnehmer den gleichen Lohn erhalten, wie die Stammbelegschaft“, sagte er. Wenn aber die Leiharbeit von immer mehr Betrieben eingesetzt werde, um Kosten zu sparen und das Unternehmensrisiko auf die Beschäftigten abzuwälzen, müsse die Politik eingreifen.

Eine stärkere Regulierung der Leiharbeit ist nach Ansicht der IG Metall nötig, um eine immense Altersarmut zu verhindern. „Wer 1100 Euro brutto verdient, der lebt an der Armutsgrenze und kann nicht zusätzlich für das Alter vorsorgen“, sagte Dietzel.

Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen in Baunatal, Renate Müller, warnte vor einem verstärkten Missbrauch der Leiharbeit ab dem 1. Mai 2011. Dann darf Leiharbeit ohne Einschränkung grenzüberschreitend eingesetzt werden. „Greift der Gesetzgeber nicht ein, wird dann noch mehr reguläre Beschäftigung durch Leiharbeit ersetzt“, warnte Müller. Die Zahl der Leiharbeitnehmer habe sich in den letzten Jahren verdreifacht.

Dietzel rief die Bundesregierung auf, die Leiharbeit zu begrenzen: „Wir beobachten, dass neben den großen Unternehmen selbst kleine Handwerksbetriebe damit anfangen, Leiharbeiter einzustellen.“ Deshalb müsse die Politik dafür sorgen, dass Leiharbeit tatsächlich nur bei Auftragsspitzen und dann zu fairen Bedingungen eingesetzt werde. Deutschland verkomme sonst zum Niedriglohnland. (nh/joc)

Quelle: HNA

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