36 Jahre wurden dort Holz beregnet

Forstamt Burgwald löst wegen Wassermangel Nassholzlagerplatz auf

Vor dem fast leeren Nassholzlagerplatz im Burgwald informierten Forstamtsleiter Eberhard Leicht und Christina Lorey, seine neue Stellvertreterin und Produktionsleiterin, über die Räumung des Beregnungsplatzes.
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Vor dem fast leeren Nassholzlagerplatz im Burgwald informierten Forstamtsleiter Eberhard Leicht und Christina Lorey, seine neue Stellvertreterin und Produktionsleiterin, über die Räumung des Beregnungsplatzes.

Das Fortamt Burgwald löst nach 36 Jahren seinen Nassholzlagerplatz auf. Grund: Es fehlt an Wasser zum Beregnen der Baumstämme.

Burgwald – Die Beregnung von Holzstämmen auf dem Nassholzlagerplatz zwischen Bottendorf und Ernsthausen ist Geschichte. Die 20 000 Festmeter Fichtenstämme, die kürzlich noch auf dem fünf Fußballfelder großen Platz lagerten, sind fast alle weg. Ein Sägewerk aus der Region hat die gesamte, 800 Lkw-Ladungen umfassende Menge aufgekauft. Der Nassholzlagerplatz wird nach 36 Jahren aufgelöst.

„Es geht ums Wasser. Wir können den hohen Wasserverbrauch nicht mehr verantworten“, sagt Forstamtsleiter Eberhard Leicht. „An einem einzigen heißen Sommertag mit leichtem Wind verdunsten dort 400 000 Liter Wasser.“ Angesichts der vielen trockenen Jahre und des sinkenden Grundwasserspiegels half es nur bedingt, dass die Beregnungsanlage im Jahr 2014 noch einmal aufgerüstet worden war und ein Teil des Wassers in zwei Auffangteiche zurückfloss.

Viel Holz : Nach Sturm Friederike im Januar 2018 wurden bis zu 30 000 Festmeter Fichtenlangholz auf dem Nasslagerplatz im Burgwald beregnet.

Im Sommer 2019 ließ das Forstamt sogar Wasser aus der dritten Reinigungsstufe der Kläranlage Frankenberg anfahren, um mit der Beregnung die Qualität der Stämme erhalten zu können. Dieser Wassertransport sei aber nur in begrenztem Umfang erlaubt, erläutert Leicht. Mit Sorge weist er darauf hin, dass die Hälfte der Quellen im Burgwald versiegt seien.

Der nun brachliegende Lagerplatz soll renaturiert werden. Die Planung werde demnächst vor Ort mit Vertretern der zuständigen Behörden besprochen.

Beregnungsplatz im Burgwald 

Der Nasslager- oder Beregnungsplatz Burgwald, nahe der Bundesstraße 253 zwischen Bottendorf und Ernsthausen gelegen, gehörte mit vier Hektar (mehr als fünf Fußballfelder) zu den größten in Hessen. Er wurde 1985 unter dem damaligen Forstamtsleiter Eberhard Normann angelegt und schon ein Jahr später erweitert. 1990 lagerten dort nach den Stürmen Vivian und Wiebke 75 000 Festmeter Holz. Das entspricht gut 3000 Lkw-Ladungen. Nach Kyrill im Jahr 2007 waren es 40 000 Festmeter. 2014 wurde die Beregnungstechnik auf den neuesten Stand gebracht. Obwohl nach Sturm Friederike 2018 eine große Menge Schadholz anfiel, wurde bereits wegen Wasserknappheit die Höchstmenge auf 30 000 Festmeter reduziert. Ab 2020 lagerten dort noch 20 000 Festmeter – zu zwei Dritteln Holz aus dem Sturm Friederike, ein Drittel frisch befallenes Käferholz.

Von Martina Biedenbach

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