Bürgermeisterwahl in Gemünden

Frank Gleim darf im Rathaus bleiben - Video

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Gemündens Bürgermeister Frank Gleim – vorn, mit Lebensgefährtin Christel Gleim – bleibt im Amt. Es gratulieren die Kollegen (von links) Hans Waßmuth aus Rosenthal, Rüdiger Heß aus Frankenberg, Landrat Reinhard Kubat, Lothar Koch aus Burgwald, Björn Brede aus Frankenau und Rudolf Backhaus aus Haina.

Gemünden - Das Signal ist deutlich: Fast drei Viertel aller Gemündener wollen ihren Amtsinhaber behalten: Frank Gleim regiert an der Wohra sechs weitere Jahre.

Der Jubel war deutlich: Als Wahlleiter Martin Schmidt in seinem Büro um 18.18 Uhr die Ergebnisse des vorletzten Wahlbezirks - Gemünden, Straßennamen L bis Z - eingab, war ihm klar, dass eine Etage tiefer im Magistratssitzungssaal gleich Freude ausbrechen würde. Frank Gleim machte in diesem Moment seinen bereits beachtlichen Vorsprung dingfest. Da änderte dann auch der letzte und zugleich größte Wahlbezirk - Gemünden, Straßennamen A bis K - nichts mehr. Auch den gewann der Amtsinhaber deutlich.

Dass er in jedem einzelnen Bezirk, auch in den CDU-Hochburgen Herbelhausen/Ellnrode und Schiffelbach, am Schluss vorne liegen würde, hatte Gleim vorher nicht erwartet. Dementsprechend erfreut zeigte er sich nach dem Sieg: „Ich werte das als klares Signal“, sagte er - und das darf er wohl auch: 72,9 Prozent der Gemündener stimmten für ihren Bürgermeister. 53,5 Prozent waren es bei seiner ersten Wahl vor sechs Jahren.

Altes Ergebnis übertroffen

Dieses Ergebnis wolle er wiederholen, idealerweise knapp ausbauen, hatte Gleim vor der Wahl verkündet. Aus dem „knapp“ ist ein „deutlich“ geworden. Während der Bürgermeisterwahl zeigte sich der gleiche Amtsinhaberbonus, der vor drei Jahren bei der Kommunalwahl erkennbar war und der der Gemündener Bürgerliste hessenweit den stärksten Zugewinn aller freien Wählergemeinschaften einbrachte.

Verhalten war hingegen die Stimmung im christdemokratischen Lager: Rainer Hesse wirkte in den ersten Minuten beinahe wie versteinert. Später war ihm eine gewisse Erleichterung anzusehen - es war vorbei, wenn auch nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Als alle Bezirke bei Schmidt angerufen hatte, als er alle Ergebnisse eingetippt hatte, schritt der Frankenberger Stadtverordnetenvorsteher auf den Amtsinhaber zu und gratulierte als einer der Ersten zum Erfolg. Ähnlich fair war auch der Wahlkampf verlaufen, das hatte Frank Gleim in einer ersten Reaktion selbst gesagt. Als Gratulanten folgten seine Lebensgefährtin Christel Gleim, viele Amtskollegen, Magistratsmitglieder und Stadtverordnete von Bürgerliste und unterstützenden Sozialdemokraten, Vereinsvorsitzende aus dem Stadtgebiet und Landrat Reinhard Kubat.

Der zeigte sich insbesondere über die hohe Wahlbeteiligung erfreut: 65,1 Prozent der Gemündener sahen die Bürgermeisterwahl als Chance, ihre Meinung kundzutun. „Das spricht für die Demokratie“, sagte Reinhard Kubat - ebenso wie die Tatsache, dass sich ein Kandidat gefunden habe, der gegen einen Amtsinhaber antrat. Selbstverständlich sei das heutzutage nicht mehr.

Ein Video folgt am Montag Mittag. Weitere Aspekte zur Gemündener Bürgermeisterwahl und einen Kommentar lesen Sie in der Montagsausgabe der Frankenberger Zeitung.

von Malte Glotz

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