Gleim wurde gestutzt: Grenzgang in Schiffelbach

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Ein ganzer Ort ist unterwegs: Die Schiffelbacher gingen die Grenzen ihres Dorfes ab. Begleitet wurden sie von Bürgern aus der übrigen Stadt Gemünden und aus Moischeid.

Schiffelbach. Es ist ein guter alter Brauch: Am Samstag hoben Michael Range, Hans Heinrich Wetzler, Matthias Trümner und Jens Trümner beim Schiffelbacher Grenzgang Gemündens Bürgermeister Frank Gleim in die Höhe und stutzen ihn dreimal auf einen Grenzstein.

Der erste Teil des Grenzgangs, zu dem die Schiffelbacher Bürger anlässlich ihres Jubiläums zum 750-jährigen Bestehen des Dorfes eingeladen hatten, war ein voller Erfolg. 300 Wanderer hatten sich bei eisiger Kälte, dick eingemummelt mit Mütze, Schal und Handschuhen, auf den zehn Kilometer langen Weg der ersten Etappe des Grenzgangs gemacht.

Durch Feld und Flur und viel Wald führte der Weg entlang der Grenze zu Gemünden. An der Alten Eiche angekommen, warteten schon die Wandergäste aus der Wohrastadt und erfreuten die Schiffelbacher mit einem wärmenden Schnaps.

Fotos: Grenzgang in Schiffelbach

Grenzgang in Schiffelbach

Weiter führte der Weg steil bergan zur „Streithecke“. Dort stritten sich in vergangen Jahren die Gemündener und Schiffelbacher um den Grenzverlauf der beiden Gemarkungen. Durch einen gehackten Graben ist der Grenzverlauf im Waldgebiet deutlich erkennbar. Sonderbare kegelförmige Erdhaufen mit einem alten Grenzstein darauf säumen die Strecke und zwingen die Wanderer, einen Bogen zu gehen. Walter Kohl erzählte, dies seien die Grenzmale, die im Schiffelbacher Salbuch von 1580 beschrieben würden.

Von Jutta Ochs

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Quelle: HNA

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