Aus einer Arbeitsgruppe wird der Verein "Arche-Region Kellerwald, Frankenau und Umgebung"

Frankenau will Prädikat "Arche-Region"

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Frankenau - Mehr als 30 alte und bedrohte Haustierrassen leben rund um Frankenau 25 Halter und Züchter gründeten Ende März den Verein "Arche-Region".

Pferde, Kühe, Ziegen, Schafe, Gänse, Hühner und Kaninchen - eine lebendige Landschaft mit vielen alten Haustierrassen umgibt die „Ziegenbockstadt“. Tierhalter in und um Frankenau engagieren sich für die bedrohten Arten. Seit mehreren Jahren arbeiteten sie in einer Gruppe mit Vertretern des Naturparks an der Ausgestaltung der Arche-Region. „So viele Arten so konzentriert in einer Region, das ist sicher einmalig in Deutschland“, erklärt der Vorsitzende Thomas Scheerer gegenüber der FZ.

Er freut sich, dass in den vergangenen sechs Monaten rund zehn bedrohte Arten neu nach Frankenau gekommen sind. Vom Roten Höhenvieh bis zu den Rheinischen Schecken reicht inzwischen die Bandbreite der Haustierrassen.

Wertschöpfung in Region

Die Frankenauer wollen die Landschaftspflege und den Tourismus durch die abwechslungsreiche Tierhaltung miteinander verknüpfen. „Es geht aber nicht um einen Streichelzoo“, betont Ralf Finke vom Frankenauer Archehof. Durch die Vermarktung der Tiere soll eine Wertschöpfungskette in der Region geschaffen werde.

„Ideal wäre das Steak vom Rind hier in der Frankenauer Gastwirtschaft auf dem Teller“, ergänzt Bürgermeister Björn Brede. Er begrüßt die Vereinsgründung, zu den ersten Mitgliedern gehört auch die Stadt.

Der Projektleiter des Naturschutz-Großprojektes im Kellerwald, Carsten Müller vom Naturpark, erinnerte daran, dass der Idee der Arche-Region aus der Frankenauer Bevölkerung heraus gekommen sei. Seit zehn Jahren habe die NABU-Gruppe bewiesen, dass viele Flächen nur mit bedrohten Haustierrassen effektiv gepflegt werden könnten. Der NABU-Vorsitzende Herbert Ruhwedel stellte die Beweidung wertvoller Wiesen mir Hinterwäldern Rinder vor.

Der neu gegründete „Arche-Verein“ will neben der Beschilderung des „Arche-Erlebnispfades“ auch einen Info-Punkt neben der neuen „Kellerwalduhr“ einrichten. Er soll in Form eines Schiffes gebaut werden und Aussicht auf die Frankenauer Kulturlandschaft bieten. Daran anschließen soll sich eine „Arche-Erlebniswelt“ mit vielen kleinen Parzellen.

Bauherrin wird die Stadt Frankenau. Zur Finanzierung gibt es Gelder aus dem „Leader“-Programm der Europäischen Union. Die notwendigen Eigenmittel will der gemeinnützige Verein durch Spenden und Sponsoren aufbringen. Bürgermeister Brede ist optimistisch, dass es noch in diesem Jahr den Baubeginn gibt. „Arche-Infopunkt, Archehof, neue ,Kellerwalduhr‘ - wir wollen eine Verkettung im Hohlen Weg“, kündigte der Rathauschef an.

Viele Frankenauer sind auch Mitglied der bundesweiten Gesellschaft zur Erhaltung bedrohter Haustierrassen, die bei der Beschaffung von Tieren behilflich ist. Sie vergibt das offizielle Prädikat „Arche-Region“. Nach der Elbtalaue will Frankenau die zweite Region in Deutschland werden. „Wir erfüllen alle Vorraussetzungen und rechnen fest mit der Anerkennung“, sagte der Vorsitzende Scheerer.

Dem Vorstand des neu gegründeten Vereins gehören auch Herbert Ruhwedel als Vizevorsitzender, Sandra Uffelmann als Kassiererin, Sigrid Briel als Schriftführerin sowie Thomas Tönges, Rainer Lange und Ralf Finke als Beisitzer an. Der Mitgliedsbeitrag beträgt nur zwölf Euro, weitere Mitglieder sind willkommen.

von Frank Seumer

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