Arche-Verein hat erstes Ziel erreicht:

Frankenau ist zweite Arche-Region Deutschlands

Die Kulturlandschaft bei Frankenau ist die erste Arche-Region in Hessen. Dort sollen Kinder – aber auch Erwachsene – dort bedrohte Haustierrassen hautnah erleben. Archivfoto: Frank Seumer

Frankenau - Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen hat Frankenau und Umgebung zur ersten Arche-Region in Hessen ernannt.

„Arche-Region Kellerwald, Frankenau und Umgebung“ - so lautet der offizielle Titel, den die Arche-Region nun führen darf. Voraussetzung für diesen Titel ist die Haltung von mindestens sechs verschiedenen Rassen aus drei verschiedenen Tierartenkategorien der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). Diese Rassen müssen in Herdbuchzucht geführt werden, also nach einem Zuchtstammbuch mit beglaubigten Abstammungsnachweisen.

Die Ernennung zur Arche-Region „war unser Ziel als Arche-Verein“, freut sich der Vorsitzende Thomas Scheerer über die Nachricht der GEH. „Dafür haben wir den Verein gegründet: um als Arche-Region die Außenwirkung zu haben. Das soll auch ein Stück weit Regionalentwicklung sein“. Das Zusammenspiel von Naturpark, Nationalpark, Naturschutzgroßprojekt unterstütze die Arche-Region mit Tieren in der Landschaftspflege. Gleichzeitig hoffen die beteiligten Züchter darauf, ihre Tiere besser vermarkten zu können - denn durch den Verkauf an andere Züchter wird der Bestand bedrohter Haus- und Nutztiere gestärkt. Der Verein wartet jetzt auf die offizielle Übergabe, die für Mai geplant ist.

Dann soll auch der „Archepfad“ eröffnet werden. Für den 28. September ist ein großer „Archetag“ in Frankenau geplant, zu dem die Öffentlichkeit und Tierhalter eingeladen werden. Ziel ist es, an diesem Tag die Hälfte der Rassen auf der Roten Liste der GEH in Frankenau zu zeigen.

Die Arche-Region „Kellerwald, Frankenau und Umgebung“ ist die erste Arche-Region in Hessen und die zweite in Deutschland. Bisher hat lediglich das „Amt Neuhaus - Flusslandschaft Elbe“ dieses Prädikat erhalten. Neun Betriebe (Archehof Kellerwald, Ralf Finke; Haltergemeinschaft Hinterwälder Rind; Rassegeflügelzichtverein Frankenau; Heinrich Caspar; Volker Nagel; Soay-Freunde Kellerwald GbR; Karl und Michael Werner; Cornelia Schelberg; Georg Schutte) sind nun Mitgliedsbetriebe der GEH und dürfen mit deren Logo werben. Diese Betriebe wollen die Landschaftspflege und den Tourismus durch die abwechslungsreiche Tierhaltung verknüpfen.

Ein weiteres großes Projekt des Vereins ist in Arbeit: Noch dieses Jahr soll das „Arche-Schiff“ als Infozentrum gebaut werden. Allerdings sucht der Verein dazu noch weitere Sponsoren.

Carsten Müller, beim Naturpark Kellerwald-Edersee zuständig für das Naturschutzgroßprojekt, freut sich über die Zusage: „Für den Naturpark ist das eine ganz wichtige Auszeichnung, die für das Naturschutzgroßprojekt bei Frankenau und im Wesetal auch eine eine nachhaltige Absicherung der Projektziele bedeutet“. Denn durch die Arche-Region werde deutlich: „Es gibt Mitstreiter, die sich an den Projektzielen beteiligen, die den Arche-Gedanken mittragen und ihn in die Bevölkerung tragen.“

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