Nicht zu sorglos online gehen

Frankenauer Schüler lernen Gefahren des Internets kennen

Sichere Seite: Jannik Schelberger (rechts) und Henry Bauch interessierten sich für Themen rund um das Weltall und testeten hierzu eine für Kinder angebotene Internetplattform. 

Frankenau. Filme ansehen, Musik hören oder online spielen – das Internet bietet auch schon für Grundschulkinder attraktive Seiten und Apps. Damit das Surfen sicher verläuft und der Spaßfaktor erhalten bleibt, hatte die Frankenauer Kellerwaldschule zum „Internet-ABC-Eltern-Kind-Nachmittag“ eingeladen.

Frankenau. Das Internet bietet nicht nur viele Möglichkeiten, sondern auch Gefahren und Stolperfallen. Darüber hat Tobias Milde vom Verein „Blickwechsel“ für Medien und Kulturpädagogik jetzt an der Kellerwaldschule in Frankenau Grundschüler und Eltern informiert. Acht Eltern-Kind-Teams nahmen an dem „Internet-ABC-Eltern-Kind-Nachmittag“ teil.

Medienexperte Tobias Milde trainierte mit den Dritt- und Viertklässlern spielerisch medienkompetentes Verhalten. Zudem wurden sinnvolle Regeln zum sicheren Surfen besprochen. Finanziert wurde die Veranstaltung von der Hessischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR).

Nachdem die Schüler im ersten Teil gemeinsam mit ihren Eltern empfohlene Web-Seiten geprüft und bewertet hatten, ging es im zweiten Modul um Videoportale. Hier durften die Kinder sogar selbst einen kurzen Trickfilm produzieren. „Der Spaß soll ja schließlich nicht zu kurz kommen“, sagte Referent Tobias Milde gegenüber der HNA.

Welche Gefahren lauern, speziell für Grundschüler, im Internet?

Nach Auskunft von Medienpädagoge Tobias Milde, tasten sich die Schüler in dem Alter erst mal auf dem Computer an das Internet heran. Auch hier könnten allerdings zum Beispiel bei Youtube problematische Videos auftauchen oder sich bei der Onlinesuche ungeeignete Seiten öffnen. „Die eigentlichen Fallstricke lauern erst dann, wenn das Smartphone ins Spiel kommt, auf dem man auch Dinge von sich preisgeben kann“, so Milde. Dort könnten die Schüler außerdem auf Kettenbriefe stoßen oder mit Leuten in Kontakt kommen, die sie gar nicht kennen. Auch Cyber-Mobbing, also Belästigungen oder Verleumdungen im Netz, könnten zum Problem werden.

 Was können Eltern tun, um ihre Kinder vor möglichen Gefahren zu schützen?

Die Schulleiterin der Kellerwaldschule, Susanne Weber, plädiert vor allem dafür, gemeinsam mit dem Kind das Internet zu nutzen. „Leider hören wir immer wieder, dass die Schüler unbeaufsichtigt im Netz sind.“ Viele Eltern seien da allzu sorglos, kritisiert sie. Die Kellerwaldschule habe schon mehrere Elternabende zum Thema „Sicheres Surfen“ angeboten und habe sich bereits in 2013 erstmals für das Zertifikat „Internet-Abc-Schule“ beworben, das regelmäßig erneuert werde. „Seitdem finden hier regelmäßig Workshops oder Internet-Nachmittage statt.“ Gut findet Susanne Weber vor allem, dass die Kinder zusammen mit den Eltern das Internet-ABC absolvieren: „Wenn Kinder wissen, dass ihre Eltern sich für das Internet interessieren und es nicht nur verteufeln, haben sie möglicherweise auch mehr Vertrauen und öffnen sich eher, wenn wirklich mal was schiefgelaufen ist beim Surfen im Netz“.

Wie lange sollte ein Kind höchstens am Computer verbringen?

Da jede Familie anders sei, könne er hierfür keine festen Zeiten vorschlagen, sagt Tobias Milde. Sinnvoll könnte es aber sein, einen sogenannten „Mediennutzungsvertrag“ zu erstellen, in dem feste Regeln für alle Familienmitglieder vereinbart werden. Einen Mustervertrag findet man unter www.klicksafe.de.

Wie wird das Internet in der Kellerwaldschule genutzt?

Die Schüler werden bereits ab der ersten Klasse an die Nutzung des Internets herangeführt. „Wir haben in allen Klassenräumen interaktive Smartboards mit Zugang zum Internet“, sagte Schulleiterin Susanne Weber. Ab der zweiten Klasse stehe PC-Unterricht auf dem Stundenplan. „Die Dritt- und Viertklässler erhalten dann Tipps, wie man zum Beispiel das Internet für Präsentationen oder ähnliches nutzen kann.“ Digitale Medienkompetenz sei enorm wichtig, betont die Schulleiterin. Ihrer Meinung nach ist das Internet - bei richtiger Nutzung - ein zeitgemäßes Medium zur Wissenaneignung.

Wo findet man sichere Internetseiten für Kinder?

Speziell für Kinder geeignet sind zum Beispiel www.internet-abc.de, www.klicksafe.de, www.fragfinn.de, www.blinde-kuh.de, www.orka.de, www.kindernetz.de. Eine Liste mit empfehlenswerten Seiten findet man zudem auf der Seite www.blickwechsel.org/medienpädagogik

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