Jugendliche pinkelten aus Wut Auto an: Urteil

Frankenberg. Wegen Sachbeschädigung und Beleidigung hat das Amtsgericht Frankenberg am Montag fünf Jugendliche verurteilt. Die Angeklagten erhielten aufgrund ihres Alters zur Tatzeit unterschiedliche Strafen.

Ein 22-Jähriger wurde zu einer Geldstrafe von 250 Euro verurteilt (50 Tagessätze zu je fünf Euro). Ein 19-Jähriger muss 25 Arbeitsstunden ableisten, ein 18-Jähriger 40 Arbeitsstunden und ein 17-Jähriger 25 Arbeitsstunden. Bei einer 16-jährigen Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt. Stattdessen muss sie 20 Sozialstunden in einer gemeinnützigen Einrichtung verrichten.

Es war der 15. Juni, als die fünf Jugendlichen - alle aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg - in der elterlichen Wohnung des 18-Jährigen saßen und Bier und Wodka tranken. Dann sei ihnen die Idee gekommen, auf das Auto einer Bekannten zu urninieren und zu koten - „als Zeichen der Missachtung“, wie es in der Anklageschrift heißt.

Am Fahrzeug angekommen, sollen vier der Angeklagten das Auto angepinkelt haben. Ihre Begründung: Das Opfer habe in der Vergangenheit Lügenmärchen über sie verbreitet.

Der 18-Jährige soll letztlich Luft aus dem rechten Hinterreifen gelassen und den Wagen angespuckt haben. Der 17-Jährige soll die Antenne abgebrochen haben sowie auf das Autodach gestiegen sein und Dellen hinterlassen haben.

Drei der männlichen Angeklagten räumten ihre Taten ein und empfanden ihr Verhalten „als große Dummheit“. Nur der 22-Jährige bestritt bis zum Schluss seine Beteiligung am Vandalismus. „Ihre Freunde haben Größe gezeigt, indem sie zu ihren Taten stehen“, sagte Richterin Andrea Hülshorst. „Es ist erschreckend, solch ein Verhalten bei einem 22-Jährigen zu sehen.“ (asg)

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Quelle: HNA

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