Verein wurde 1984 gegründet

Keine Helfer mehr: Frankenberger Kunstmarkt fand zum letzten Mal statt

+
Unser Foto zeigt den Künstler Ralf Müller aus Schmittlotheim mit seinem „Speculator“, Teil einer Serie von Plastiken aus verwittertem Kiefernholz.

Mit dem 34. und letzten Kunstmarkt in der Ederberglandhalle ist am Wochenende in Frankenberg eine kulturelle Ära zu Ende gegangen.

Es lockten Figuren, Farben, Formen, fröhliche Bilderwelten – aber über allem schwebte ein Hauch von Wehmut. Ein Wochenende lang zeigte der 34. Frankenberger Kunstmarkt in der Ederberglandhalle vielen hundert Besuchern zum letzten Mal sein Spektrum zwischen bildnerischer Kunst und Kunsthandwerk der Region. Er wurde dabei zum Forum der kollegialen Begegnung zwischen professionellen Kunstschaffenden, Gestaltern und Amateuren.

„Der Verein Culturwerkstatt Frankenberg hat mit dem Kunstmarkt 35 Jahre lang einen anregenden Beitrag zur Lebensqualität in unserer Stadt geleistet“, bedankte sich Erster Stadtrat Thomas Rampe bei der Eröffnung.

Weit über Ortsgrenzen hinaus beliebt 

Wie attraktiv der Kunstmarkt weit über Waldeck-Frankenberg hinaus geworden ist, zeigt die Liste der 38 teilweise aus ganz Hessen angereisten Künstler, darunter viele seit Jahren treue Teilnehmer. „Für uns hat gerade die Vernetzung der Kunstschaffenden in unserem Landkreis immer sehr viel bedeutet“, erklärte Christian Röder, Gründungsmitglied der Culturwerkstatt von 1984 bei seiner Begrüßung. Dies habe sich in Bestandaufnahmen und Qualitätssteigerungen gezeigt. „Wir bemühen uns seit Jahren in unserem Verein um Ehrenamtliche, die die mit dem Kunstmarkt verbundene Arbeit fortsetzen – leider vergeblich.“

Beim Eröffnungsrundgang erläuterte der Frankenberger Streetart-Künstler Manuel Müller (2. von rechts) den Vorstandsmitgliedern des Vereins Culturwerkstatt (von links) Wolfgang Borchert, Christa Landau und Christian Röder seine Arbeiten.

Einem relativ überschaubaren Angebot an reiner Malerei, Grafik und plastischer Kunst stand auch bei diesem letzten Kunstmarkt eine Fülle von Formen, Materialien und Techniken im Bereich des Kunsthandwerks gegenüber.

Einige Beispiele:

Der Rosenthaler Kunstschmied Gerald Lanz bot kraftvoll-elegante Plastiken aus Eisen, der Art-Designer Udo Fugmann (Gemünden) zeigte neue, kreative Acrylfarb-Kompositionen, Stammgast „Polizeimaler“ Klaus Höbel (Harbshausen) verlieh seinen gewohnt abstrakt-explosiven Farbbildern deutlich konkretere Konturen. Daneben wieder ein großes Angebot an Deko-Artikeln, Weihnachtlichem, an neuen Kalendern und Fotos.

Zu den Live-Gruppen beim 34. Kunstmarkt gehörte die Bottendorfer Band „Nachts im Lehrerzimmer“ mit (von links) Daniel Marschall, Kieran Schmidt und Maik Möller.

Gelegenheit zum Gedankenaustausch bot wieder das „Café Bühne“, wo an beiden Tagen Musik erklang: Am Samstag rockte die Bottendorfer Band „Nachts im Lehrerzimmer“, am Sonntag luden Roman Klöcker und Band zum Jazzfrühstück ein, bevor nachmittags Harald Vogler mit seinen Freunden den Kehraus des letzten Kunstmarktes musikalisch aufhellte.

Noch einmal hatten alle Künstler für die Tombola der Culturwerkstatt Arbeiten gestiftet. Trotzdem: „Alles hat ein Ende. Wir danken allen Markt-Unterstützern, insbesondere unserem Vorsitzenden Harald Otto, für viele Jahre gute Zusammenarbeit“, schloss Christian Röder.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare