Nach mutmaßlicher Unfallflucht

Unter Alkoholeinwirkung Polizeibeamte mit dem Tod bedroht

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Frankenberg: Polizeibeamten mit dem Tod bedroht - Verhandlungsbeginn 

In Frankenberg muss sich ein Rentner gleich wegen mehreren Delikten verantworten. Unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. 

  •  Die Polizeibeamten stellten passende Schäden fest.
  •  Prozess in Frankenberg wurde vertagt.
  •  Angeklagter muss sich wegen mehreren Delikten verantworten. 

Nach einer mutmaßlichen Unfallflucht am 27. Februar 2019 soll der unscheinbar wirkende Mann einem Polizeibeamten unter anderem die Schutzweste vom Körper gerissen und diesen in den Oberschenkel gekniffen haben.

Ein zweiter Polizeibeamter wurde laut Anklage getreten, ihm sei ein Daumen nach hinten gebogen worden. Darüber hinaus soll der 72-Jährige die Polizeibeamten als „Drecksäcke“, „Arschlöcher“ und „Wichser“ beschimpft und ihnen mit dem Tod gedroht haben. „Geh rein und hol’ das Messer. Ich stech’ die Schweine ab“, soll er seine Lebensgefährtin aufgefordert haben.

Frankenberg: Anklage trägt vor 

Laut Anklage begann alles damit, dass der Angeklagte am 27. Februar gegen 20.30 Uhr in Münchhausen den Wagen eines 24-jährigen Mannes beschädigte, als er versuchte, sich links an dem vor einer roten Ampel wartenden Zeugen vorbeizuquetschen. Dabei entstand am Pkw des Zeugen ein Schaden von gut 1300 Euro.

Der Angeklagte soll einfach weitergefahren sein, obwohl der Geschädigte gehupt und gewinkt habe, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Zeuge und dessen Freundin hatten sich aber das Kennzeichen gemerkt. 

So suchte eine Polizeistreife den Mann kurze Zeit später zu Hause auf. Auf dessen Hof kam es dann zu einer Rangelei mit den Polizeibeamten und verbalen Entgleisungen.

Polizeibeamten beschrieben die Schäden als passend 

Er trinke „normalerweise überhaupt nicht“, sagte der Angeklagte vor Gericht. An diesem Tag jedoch habe er zwei Flaschen einer Flüssigkeit, „die aussah wie Wasser“ getrunken, weil es der Todestag seines ältesten Sohnes gewesen sei. Vehement stritt er ab, einen Unfall verursacht zu haben. 

In Münchhausen sei er an diesem Tag gar nicht gewesen. Die frischen Kratzer am Wagen seiner Lebensgefährtin, die laut Polizeibeamten „in Form und Ausprägung“ zu dem beschädigten Wagen des 24-jährigen Zeugen passen, seien beim nächsten Regen abgewaschen worden.

Er habe den Polizeibeamten gesagt, sie sollten ihm keine Handschellen anlegen, weil seine Handgelenke nach einer Hauttransplantation sehr empfindlich seien. Und er habe darauf hingewiesen, dass er „panische Angst vor Spritzen“ habe, sagte der Angeklagte. 

So sei es möglicherweise zu dem Gerangel auf dem Hof gekommen, an das er jedoch „keine Erinnerung“ habe. Dass er das Wort „Arschloch“ gegenüber einem Beamten benutzt habe, räumte er allerdings ein.

Vertagung in Frankenberg: Zu wenig Zeugen anwesend

Weil am Montag drei Zeugen krankheitsbedingt abgesagt hatten und die Lebensgefährtin des 72-Jährigen unentschuldigt fehlte, vertagte Richterin Petra Kaschel die Verhandlung. Diese wird am 11. Februar fortgesetzt.  off

Allgemein kommt es immer öfter zu Angriffen auf Beamte und Rettungskräfte. In Bad Hersfeld werden sie für diese Situationen extra geschult. Auch zu Übergriffen auf Mitarbeiter der Stadtreinigung kommt es immer häufiger. In Kassel wurde ein Müllwerker sogar mit einem Messer bedroht. 

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