Frankenberg ist schönste deutsche Stadt - sagt ein Satiriker

Gedichte von Gsella: Der Satiriker und Schriftsteller Thomas Gsella präsentierte eigene Werke und Gedichte von Robert Gernhardt im Frankenberger Steinhaus. Foto: Battefeld

Frankenberg. „In der Rangliste der schönsten deutschen Städte ist Frankenberg seit heute auf Platz eins", behauptete der Satiriker und Schriftsteller Thomas Gsella.

Er sagte das bei einer Lesung im Steinhaus, wo er eigene Werke sowie Gedichte des verstorbenen Dichters Robert Gernhardt vortrug.

Diese Einstufung nahmen die knapp zwei Dutzend Zuhörer dem 56-jährigen Aschaffenburger natürlich genauso wenig ab wie das wenig schmeichelhafte Gedicht, das der gebürtige Essener angeblich „extra“ für Frankenberg verfasst hatte, in Wahrheit aber in jedem seiner Auftrittsorte zum Besten gibt (siehe unten).

Aber das Publikum wusste ja schließlich vorher, worauf es sich eingelassen hatte, und amüsierte sich köstlich über skurrile Gedichte und komische Texte, wie zum Beispiel die Geschichte von Maria, Josef und ihrem 13-jährigen Sohn Jesus, der seine Mutter entnervt auffordert: „Maria, chill dein Leben“. Oder seine in Wilhelm-Busch-Manier verfassten Vorurteile über verschiedene Berufsbilder, die - vor allem bei Lehrern - auf kreative Resonanz gestoßen sind.

Einen großen Teil des knapp zweistündigen Programms widmete Thomas Gsella Gedichten von Robert Gernhardt. Er las Werke des 2006 verstorbenen Schrifstellers, wie beispielsweise „Wie die Tiere es treiben“ oder das „Nichttrinklied“.

Gsella, der 2009 mit dem Robert-Gernhardt-Preis für seine Reimgedichte zu Tierbildern von Greser&Lenz ausgezeichnet worden war, ermutigte die Zuhörer, sich auch für diesen Preis zu bewerben. „Es reicht, wenn man entweder aus Hessen kommt oder wenn man einen Text in der Schublade liegen hat, in dem es um Hessen geht“, versicherte er. Er selbst habe den Preis schon beim zweiten Versuch bekommen.

Im Anschluss an die Lesung signierte Gsella seine Bücher, die an einem Verkaufstisch der Buchhandlung Hykel angeboten wurden. „Ich kann die Bücher auch mit einem anderen Namen signieren, wenn Sie das wollen“, bot er scherzhaft an. Vorher gab er allerdings erst noch eine Zugabe: „Gut, dass Sie so wenig geklatscht haben. Dann kann ich noch schnell was lesen“. (bs)

Gsellas Gedicht über Frankenberg:

von Thomas Gsella

Es braucht nicht immer Wein zum Fisch.

Man darbt auch ohne Schinken.

Man kann auch ohne Stuhl und Tisch

Aus Regenpfützen trinken.

Es braucht nicht immer Glück statt Frust.

Man kann auch schluchzend leben.

Man kann auch ohne Lebenslust

Nach Gram und Trübsal streben.

Es braucht nicht immer s’ große Los.

Man kann´s auch hintertreiben.

Man kann auch aller Hoffnung bloß

In Frankenberg wohnen bleiben.

Quelle: HNA

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