Erste Demo in der Innenstadt 

Fridays for Future: Etwa 200 Schüler demonstrierten in Frankenberg

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Schülerdemonstration "Fridays for Future" zieht durch Frankenberg

Etwa 200 Schüler nahmen in Frankenberg am Freitag an der ersten "Fridays for Future Demo" teil. "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut"! schallt es durch die Innenstadt. 

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ schallt es durch die Innenstadt. Etwa 200 Schüler haben gestern an der ersten „Fridays for Future“-Demonstration in Frankenberg teilgenommen. 

Um 11 Uhr trafen sie sich am Landratsamt. Wie ihre Vorbilder aus aller Welt forderten die Schüler eine Wende in der Klimapolitik. Die Eröffnungsrede hält Alyssa Scharff, Vorsitzende des Kreisschülerrats, der bereits eine solche Demo Anfang April in Korbach organisiert hatte. 

Sie ruft die Schüler auf, ihre Forderungen auch im Privaten umzusetzen. „Kauft saisonal und regional ein, verzichtet auf so viel Plastik wie möglich.“ In der Schülerschaft im ganzen Landkreis seien die Demonstrationen und der Klima- und Umweltschutz ein großes Thema. „Wir als Kreisschülerrat sind die Interessenvertretung der Schüler und greifen dies auf“, sagt die Abiturientin. 

Ihr Stellvertreter Luca Wehner erläutert, dass man mit der Demo zeigen wolle, dass auch die Schüler in Kleinstädten und Dörfern eine Stimme haben. Erstaunlich gebannt hören die Schüler den Rednern zu. 

Einige machen hin und wieder Selfies mit ihrem Smartphone oder filmen das Geschehen, doch es scheint, als wären alle Anwesenden von der Wichtigkeit der Demonstration überzeugt. 

Schülerin Taya Otto sagt über die Demo: „Die Jugend setzt sich für ihre Zukunft ein. Wenn die Erwachsenen es nicht hinbekommen, muss es die Jugend tun.“  Mülltrennung sei für die junge Frau ein wichtiges Thema, zudem nehme sie auf so vielen Strecken wie möglich den Bus oder laufe. „Wenn ich Müll an der Straße sehe, sammele ich ihn auf und werfe ihn in einen Mülleimer“, sagt Leonie Born. 

Meinung sagen sei wichtig 

Und was ist mit der Kritik, dass die Schüler die Demonstrationen ausnutzen, um die Schule zu schwänzen? „Arbeitnehmer streiken auch während der Arbeitszeit und nicht während ihrer Freizeit“, sagt Luca Wehner dazu. „Es ist mir wichtig, dass ich so meine Meinung sagen kann“, sagt Fevoz Haidary.

 Zahlreiche Schüler haben Transparente und Banner gebastelt, auf denen sie ihren Forderungen Nachdruck verleihen. „Dieses Plakat ist so erbärmlich wie eure Klimapolitik“ ist zu lesen und „There is no planet B“ („Es gibt keinen Planeten B“) – eine Forderung, die auch Redner Phillip Krassnig von den Jungen Europäischen Föderalisten aus Kassel unterstützt. 

„Wir können das Sich-ausruhen nicht mehr durchgehen lassen“, sagt er. Dies gelte sowohl für den einzelnen als auch für das ganze Land. Wichtig sei es, ein Vorbild zu sein. Demnächst sei eine Schüler-Demo in Bad Wildungen geplant. 

„Es soll aber keine regelmäßige Veranstaltung werden“, sagt Luca Wehner. Abgesichert wurde der Protestmarsch von sechs Polizisten und drei Mitarbeitern des Ordnungsamtes. Mit Trillerpfeifen und Sprechchören zogen die Schüler durch die Innenstadt, bevor sich der Zug an der Edertalschule auflöste.

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