Wahlforum in der Kulturhalle

Edertalschule Frankenberg: Schüler diskutierten mit Landtagskandidaten 

(Von links) Schulsprecherin Lucie Keßler, Moderator David Staudt, Jürgen Frömmrich (Die Grünen), Dr.Daniela Sommer (SPD), Stefan Schraps (FDP), Claudia Ravensburg (CDU) und Moderator Jonas Wihl.

Frankenberg. „Das Problem ist uns bekannt, aber wir würden gerne Ihren Lösungsansatz hören.“ So schlagfertig lockten Jonas Wihl und David Staudt bei einem Wahlforum der Edertalschule die Landtagskandidaten aus der Reserve.

Die beiden Schüler moderierten die Podiumsdiskussion in der Frankenberger Kulturhalle, zu der Claudia Ravensburg (CDU), Stefan Schraps (FDP), Dr. Daniela Sommer (SPD) und Jürgen Frömmrich (Die Grünen) eingeladen waren.

In der Diskussionsrunde thematisierten die Gymnasiasten unter anderem das Leben in ländlichen Regionen, Internet und technischen Fortschritt an Schulen sowie die Einführung einer Dienstpflicht in sozialen Bereichen nach Schulabschluss. Das Publikum, Schüler der Jahrgangsstufen zwölf und dreizehn, folgte der Diskussion konzentriert.

Das Moderatoren-Team scheute sich nicht, Missstände offen anzusprechen: „Fehlendes Internet in manchen Dörfern rund um Frankenberg ist ein Ausschlusskriterium, sich hier ein Eigenheim zu bauen.“ Auch die Schüler im Publikum hatten sich gut vorbereitet und stellten viele Fragen. Rege Beteiligung gab es vor allem bei den Themen Internet, Berufsmöglichkeiten im ländlichen Raum und Sinn des dreigliedrigen Bildungssystems.

Durch die Gestaltung der Diskussion kam keine Langeweile auf. Auf längere Debatten folgten immer wieder schnelle Fragerunden, bei denen die Kandidaten der Landtagswahl für ihre Antwort nur 30 Sekunden Zeit hatten.

Ein Ampelsystem sorgte für etwa gleiche Redeanteile aller Diskussionsteilnehmer. Dabei stoppten einige Schüler die Zeit und hielten verschiedenfarbige Plakate hoch. Ab einer Redezeit von einer Minute und 15 Sekunden gab es die „gelbe Karte“, ab einer Minute und 30 Sekunden wurde das rote Plakat hochgehalten.

 „Die Idee, ein Wahlforum für Schüler zu organisieren, hatte der ehemalige Schulsprecher Marvin Ködding zusammen mit der Schülervertretung“, sagt Schulleiter Claus-Hartwig Otto. Die Schüler hätten die Kandidaten eingeladen und sich um die Organisation der Veranstaltung gekümmert.

Inhaltlich haben die beiden PoWi (Politik und Wirtschaft) - Leistungskurse des Abiturjahrgangs und deren Lehrer die Diskussionsrunde vorbereitet. „Wir haben in allen PoWi-Grundkursen Fragen der Schüler gesammelt und sortiert“, berichtet Politiklehrer Marco Nezi. Dass das Wahlforum zustande gekommen sei, zeige, dass sich viele Schüler für Politik interessierten. „Wir haben hier im Publikum zwei Drittel Wahlberechtigte. Es ist wichtig, die Jungwähler zu sensibilisieren“, sagt Nezi.

Bei den Schülern kam die zweieinhalbstündige Debatte gut an. „Ich bin positiv überrascht, es war spannender, als ich erwartet hätte“, sagt die 16-jährige Julia Jockel. „Es wurden alle wichtigen Themen angesprochen“, ergänzt ihre Mitschülerin Sina Gleim. Sie bedauert aber, dass die Kandidaten bei manchen Fragen wenig Zeit zum Antworten hatten. 

Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Frankenberg (Eder)
Kommentare zu diesem Artikel