Kreiskrankenhaus in Frankenberg

Zazou und Alaska sorgen für Freude: Therapiehunde muntern Geriatrie-Patienten auf 

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Das bringt Freude: Patientinnen halten Therapiehündin Zazou einen Becher hin, aus dem sie ihr Leckerli angelt. Rechts Hundebegleiterin Stefanie Schink. 

In Frankenberg sorgen die zwei Therapiehunde Zazou und Alaska für Freunde und muntern die Geriatrie-Patienten auf.

  • Therapiehunde helfen in Frankenberg in schweren Lebenssituationen
  • Sie haben eine positive Wirkung auf die Psyche
  • Therapiehunde schon seit 2016 im Einsatz

Wenn Schäferhündin Alaska und Bordercollie-Dame Zazou auf die geriatrische Station im Kreiskrankenhaus Frankenberg kommen, dann werden sie von den Patienten mit einem Lächeln empfangen.

Manche gehen beherzt auf die Tiere zu, kraulen und knuddeln sie, andere sind vorsichtig und werden von den speziell geschulten Hundeführerinnen Linda-Maria Vietz und Stefanie Schink ermuntert.

„Die positive Wirkung auf die Psyche lässt sich messen“

„Therapiehunde helfen tierlieben Patienten in schweren Lebenssituationen“, teilt die Klinik mit. Und schildert folgende Wirkungen: Die Beschäftigung mit den Tieren muntert auf, lenkt ab, tröstet und bringt Freude. Sorgen, körperliche Beschwerden und Angst können für eine Weile in den Hintergrund rücken. Hunde haben ein gutes Gespür für den emotionalen Status des Gegenübers, begegnen ihm wertfrei und offen. Sie sind empfänglich für Aufmerksamkeit und Freundlichkeit und erwidern diese. Die Therapiehunde helfen auch, die Patienten zu motivieren und zu mobilisieren.

„Die positive Wirkung auf die Psyche lässt sich sogar messen: Blutdruck und Herzfrequenz werden gesenkt, der Kreislauf stabilisiert. Die Aktivierung des parasymphatischen Nervensystems – der Teil, der für Entspannung zuständig ist – führt zur Lockerung der Muskulatur und kann bei Patienten sogar Spastiken verringern. Es werden auch körpereigene Endorphine ausgeschüttet, die entspannend, antidepressiv und schmerzlindernd wirken“, berichtet der Chefarzt der Klinik für Geriatrie, Dr. Steffen Schlee.

Zazou und Alaska im Kreiskrankenhaus Frankenberg: Vorteile der Tiertherapie

In der Klinik werden multimorbide Patienten ab 70 Jahren akutmedizinisch versorgt. Aktivierende Pflege, Physio-, Ergotherapie, Logopädie und Psychologie sorgen dafür, dass die Patienten im Rahmen ihrer alters- und krankheitsbedingten Möglichkeiten ihre Selbstständigkeit erhalten oder wiedererlangen, teilt die Klinik mit.

WeitereVorteile der Tiertherapie beschreibt die Klinik so: Im Spiel mit dem Hund wird die Grob- und Feinmotorik trainiert. Bei Sprachstörungen, z.B. bei Schlaganfall-Patienten, kann die Hemmschwelle zum Sprechen, bei der Kommunikation mit dem Tier überwunden werden. Bei Patienten mit demenziellen Krankheitsbildern kann ein Therapiehund den Zugang zum Bewusstsein erleichtern. Sind Sprache und Gedächtnis eingeschränkt, ist es für den Patienten entlastend, über andere Wege als die Sprache mit dem Hund kommunizieren zu können.

Therapiehunde schon seit 2016 im Einsatz

Das Angebot der Tiertherapie, das Ergotherapeutin Nele Seiwert bei den Patienten bewirbt, ist in Einzelsitzungen und Kleingruppen möglich. Die Teilnahme ist freiwillig. Der behandelnde Arzt muss zustimmen. Die Therapien finden in Räumen statt, die nach dem Besuch gereinigt und desinfiziert werden. Ebenso wird auf die Handhygiene besonders geachtet.

Für ihre Tätigkeit sind die beiden Therapiehunde Alaska und Zazou bestens vorbereitet. Ihre Besitzerinnen Linda-Maria Vietz und Stefanie Schink haben mit ihnen die aufwendige Ausbildung zum Therapiebegleithunde-Team absolviert.

Schon seit 2016 sind am Kreiskrankenhaus Therapiehunde bei Palliativpatienten im Einsatz, angeregt von der Leitenden Oberärztin Gabriele Schalk. Palliativ-Patienten können auch Besuch vom eigenen Hund erhalten.

Die Macht der Therapiehunde

Achtsam mit Hund Henry - Therapieangebot an Fachklinik Böddiger Berg erweitert: Seit März gibt es an der Klinik zur Behandlung von suchtmittelgefährdeten oder -abhängigen Menschen mit den Hunden Lotte und Henry ein tiergestütztes Therapieangebot.

So werden Hunde in Rhoden für Therapien trainiert: Über freundliche Gäste auf vier Pfoten freuen sich die Bewohner des Seniorenzentrums Lustgarten in Rhoden. Bereits zum sechsten Mal ist dort die Hundeschule Naturpark Diemelsee zu Gast, um Vierbeiner zu Therapiehunden auszubilden.

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