Frankenberg

Frankenberger Bank vergibt trotz Wirtschaftskrise 700 neue Kredite

- Frankenberg (sr). Im Geschäftsjahr 2008 haben der Frankenberger Bank mehr Kunden vertraut als in den Vorjahren. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um fünf Millionen Euro auf insgesamt 198 Millionen Euro.

Die Frankenberger Bank ist gut durch die Finanzkrise gekommen. Bei der Vertreterversammlung am Dienstagabend in der Ederberglandhalle berichteten die Vorstands­mitglieder Ralf Schmitt und Dieter Ohlsen von gestiegenen Kundeneinlagen, mehr Kreditvergaben und einem verbesserten Gewinn im Geschäftsjahr 2008. „Wir haben nicht in spekulative Wertpapiere investiert, sondern uns auf den genossenschaftlichen Förderauftrag konzentriert“, betonte Schmitt. Er hob hervor, dass die Frankenberger Bank ihrem Leitbild und Geschäftsmodell treu bleiben werde. Kredite werden hauptsächlich aus den Kundeneinlagen im Frankenberger Land refinanziert. „Wir gehen mit dem Geld sorgsam um, das macht uns krisensicher“, so Schmitt. Viele der 330 Vertreter aus den Dörfern zwischen Hatzfeld und Löhlbach erinnerten sich an den alten Raiffeisen-Slogan: „Einer für alle, alle für einen“. In der Tat vertrauten die Kunden während der Krise der Genossenschaftsbank. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um fünf Millionen Euro auf nun 198 Millionen Euro. Mit über 70 Prozent stellen sie die Haupt-Finanzierungsquelle der Bank dar. Inklusive der Einlagen im genossenschaftlichen Finanzverbund betreut die Frankenberger Bank rund 315 Millionen Euro Ersparnisse ihrer Kunden. Die Bank vergab 700 neue Kredite, das Kreditvolumen erhöhte sich um 5,1 Millionen Euro auf 182 Millionen Euro. Im Verhältnis zur Bilanzsumme von 277 Millionen Euro liegt die Frankenberger Bank damit weit über dem bundesweiten Durchschnitt. Schmitt freute sich, dass die Bank von größeren Ausfällen verschont geblieben sei. „Die Situation ist aber angespannt, Kreditgeschäft ist Risikogeschäft“, sagte er und verwies auf Prüfungen bei der Kreditvergabe. 570 000 Euro betrug die Belastung in 2008. Der Anteil der gefährdeten Kundenforderung liege unter einem Prozent und damit unter dem bundesweiten Durchschnitt. Trotz gesteigertem Gewinn auf 664 000 Euro erreicht die Frankenberger Bank beim Ertrag nicht das Niveau anderer Genossenschaften. Als Grund nannte Schmitt die hohen Verwaltungskosten bei 13 personell besetzten Geschäftsstellen. Er bekannte sich deutlich zur Präsenz in der Region und verwies auf den Personalabbau, der in 2008 bereits zu einem deutlichen Rückgang der Personalkosten um 400 000 Euro führte. Problematisch sei heute die extrem niedrige Zinsspanne. Sinkende Zinsüberschüsse wurden teilweise durch gestiegene Provisionseinnahmen im Dienstleistungssektor kompensiert. Schmitt hob die Altersvorsorgeberatung hervor. Vorstandskollege Dieter Ohlsen verwies auf eine positive Mitgliederentwicklung. 8394 Personen besitzen Geschäftsanteile. Sie freuen über eine sechsprozentige Dividende, die nach einstimmigem Beschluss am Freitag ausgezahlt wird. Ohlsen verwies auf die guten Ergebnisse der Tochterfirmen Raiffeisen Markt GmbH und Raiffeisen Immobilien GmbH. Das Bekenntnis zur Kunden­nähe beweise auch die Modernisierung aller Geschäftsstellen. Im Frühjahr ­wurden am Frankenberger Obermarkt neue Räume bezogen. Ohlsen gab den neuen Marktslogan „Jeder Mensch hat etwas, was ihn antreibt“ bekannt und kündigte eine neue Großspende an. Unter dem Motto „Die Bank in ­Ihrer Nähe“ stellt die Frankenberger Bank allen Dörfern im Geschäftsgebiet stabile Ruhebänke für Wanderwege oder Dorfplätze zur Verfügung. Die 60 Bänke wurden von der Lebenshilfe-Werkstatt gefertigt. Neu ist auch ein Wettbewerb für Vereine und Gruppen unter dem Titel „Wir bewegen was“. Nach dem Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Hofmann und der Verlesung des Prüfungsberichtes durch Harald Kammel bestätigten die Vertreter vier Aufsichtsratsmitglieder in ihren Ämtern: Gerhard Freitag aus Ellershausen, Armin Hesse aus Haubern, Karl-Heinz Huhn aus Röddenau und Hans-Helmut Michel aus Allendorf/Hardtberg. Unter den Gästen hatte Aufsichtsratsvorsitzender Hofmann zahlreiche Vertreter der Wirtschaft, von Nachbarbanken, Verbundunternehmen sowie Bürgermeister Christian Engelhardt begrüßt.

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