Frankenberger veröffentlicht bewegenden Familienroman

Hält das fertige Buch in den Händen: Carsten Weber-Isele hat persönliche Erfahrungen in einem Roman verarbeitet. Foto: Lischper

Frankenberg. Carsten Weber-Isele arbeitet als Psychiater und Psychotherapeut in Frankenberg. Jetzt hat er seinen Debütroman "Blauschneetage" veröffentlicht. Darin geht es um die Huntingtonsche Krankheit, mit der Weber-Isele in seiner Familie Erfahrungen gemacht hat.

Er ist nicht der Typ, der nach einem Arbeitstag nach Hause geht, und die Sorgen seiner Patienten mitnimmt. Carsten Weber-Isele arbeitet als Psychiater und Psychotherapeut in Frankenberg und kann das ganz gut trennen: die Arbeit und das Privatleben. „Alles eine Frage der Regulierung“, sagt er. In seinem Debütroman „Blauschneetage“ geht es um eine Krankheit, die er in seiner eigenen Familie erlebt hat - die Huntingtonsche Krankheit. Seine persönliche Supervision: ein Buch schreiben.

Der Erzähler berichtet aus der Ich-Perspektive von seiner Begegnung mit einem Mann namens Herbert, dessen Geschichte ihn nicht mehr loslässt. Herbert hat die Huntingtonsche Krankheit, eine Erbkrankheit, die unweigerlich zum Tode führt. Als Herbert stirbt, beginnt für den Erzähler eine Spurensuche, die einiges offenbart und zuletzt auch ihn selbst betrifft.

Weber-Isele erzählt die Geschichte mit vielen Zeitsprüngen. Rückblicke in die Vergangenheit lassen den Leser nach und nach die Hintergründe verstehen. Die Rahmenhandlung besteht aus dem Dialog des Erzählers mit dem Protagonisten Herbert in der Jetztzeit. „Es geht mir um die Gegenüberstellung traditionellen Verhaftet-Seins, dem Gefühl des Unveränderbaren und dem Eindruck, als moderner, freier Mensch auch frei handeln zu können.“ Die Krankheit sei ein Symbol dafür, dass es Dinge im Leben gebe, die schicksalhaft sind, die keiner beeinflussen könne. „Es gibt Strukturen, die einen Mensch zu dem machen, was er ist und wogegen er sich nicht wehren kann“, so Weber-Isele.

„Der Roman ist nicht autobiographisch“, erklärt er. Dennoch gehe in die Geschichte selbst Erfahrenes mit ein: „In meiner Familie wurde wenig über die Krankheit gesprochen, aber man wusste, dass sie da ist.“ Er habe miterlebt, wie ein Familienmitglied an der Krankheit verstarb, „mit dem Roman habe ich das schon ein wenig verarbeitet.“

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Von Anna Lischper

Quelle: HNA

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