Leichtbauteile-Produzent

Frankenberger Castwerk baut Produktionsstätte in Rumänien

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Das Castwerk wächst weiter und baut ein neues Werk in Turda/Rumänien. Im Bild das Führungsteam mit Geschäftsführer Michael Schran (Mitte), Finanzchef Björn Jäger (links) und dem Technischen Leiter Siegfried Schneider auf der Baustelle zur Erweiterung des Frankenberger Castwerks. 

Das Castwerk – Produzent von Magnesium-Leichtbauteilen für die Automobilindustrie, E-Bikes- und Elektroller – wächst weiter. Es soll ein neues Werk in Rumänien entstehen.

Während an der Siegener Straße in Frankenberg gerade für rund 12 Millionen Euro die Produktionskapazität verdoppelt wird, soll in Rumänien ein weiteres Werk gebaut werden – ebenfalls für einen „zweistelligen Millionenbetrag“. „Das neue Werk ist für uns eine verlängerte Werkbank. Der Standort Frankenberg wird dadurch in keiner Weise infrage gestellt, sondern weiter wachsen“, betonte Geschäftsführer  Michael Schran.

Das erst seit 2015 bestehende Castwerk vollzieht gerade einen Strategiewechsel: Weg von Kinematik und Zinkdruckguss, künftig setzt man „zu 100 Prozent auf den Riesen-Wachstumsmarkt Magnesium“, wie es Geschäftsführer Schran ausdrückt. Anwendungsgebiete sind Leichtbauteile für die Automobilindustrie sowie der Bereich „urbane Mobilität“ mit Teilen für E-Bikes und Elektroroller.

Das Castwerk verzeichnet Wachstumsraten, von denen andere Branchen nur träumen können. „Treiber sind die Elektromobilität mit einer Verdreifachung zum Vorjahr und der automobile Leichtbau mit einer Verdopplung zum Vorjahr“, sagt Schran. Für Zinkprodukte gebe es dagegen keine neuen Märkte mehr. „Zink ist einfach zu schwer“, sagt der Castwerk-Geschäftsführer.

Trotz der 12-Millionen-Investition in eine Verdoppelung der Produktionskapazität in Frankenberg (HNA berichtete) muss laut Schran weiter investiert werden. „Die Halle, die wir jetzt bauen, wird Ende 2020 schon ausgebucht sein“, sagt Schran.

„Es gibt eine klare Kundenforderung nach einem weiteren Standort. Die großen Systemlieferanten wie Brose, Bosch und Continental wünschen sich das.“ Komplettlösungen seien gefordert. Bauteile, die heute noch bei Partnerunternehmen CNC-gefräst und pulverbeschichtet werden, will das Castwerk künftig „aus einer Hand“ anbieten.

In erster Linie wegen der hohen Energiekosten seien die Bereiche CNC und Oberflächentechnik „in Deutschland nicht wettbewerbsfähig“, sagt Michael Schran. Eine Kilowattstunde Strom koste in Deutschland 14 Cent, in Osteuropa 5 bis 7 Cent. „Wir werden weiterhin externe Partner für die Bereiche CNC und Oberfläche brauchen“, betont der Technische Leiter Siegfried Schneider.

In der rumänischen Stadt Turda, nordwestlich der Hauptstadt Bukarest, hat sich das Castwerk ein 61 000 Quadratmeter großes Grundstück für 1,4 Millionen Euro gesichert. Ein „Sahnestück“, wie Geschäftsführer Schran betont. Zwei Autobahnen seien in direkter Nähe, ein Flughafen nur 30 Autominuten entfernt. Arbeitskräfte seien bei „gutem Lohnniveau“ verfügbar, es gebe eine deutschsprachige Universität.

Auch in Rumänien muss alles schnell gehen: Derzeit läuft die Gründung der Gesellschaft „Castwerk Technologies S.R.L.“ Baustart soll Mitte 2020 sein, das neue Werk soll seine Produktion mit 120 Mitarbeitern bereits Ende 2021 aufnehmen.

Gleichwohl sucht das Frankenberger Castwerk, das „Kompetenzcenter“ bleiben wird, weitere Fachkräfte. Zum Beispiel Dispositions- und Produktionsplaner, Automatisierungselektroniker, Hydraulikschlosser und Gießereifachkräfte.

www.castwerk.com

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