Rundgang in der Altstadt

Frankenberger Jusos erinnerten an Opfer der NS-Pogromnacht 1938 – Kerzen brannten

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Ermordet vor 75 Jahren: Am Stolperstein vor dem Haus Untermarkt 16 gedachten die Rundgangs-Teilnehmer des Sozialdemokraten Karl Rich ter, der als Widerstandskämpfer 1944 vom NS-Regime in Majdanek umgebracht wurde. 

Frankenberg – Kerzen brannten in der Rathausschirn an der Gedenktafel für 38 Frankenberger Opfer des Nationalsozialismus. Fotos, Zeitzeugenberichte sowie ein historisches Emailleschild für Auswanderer-Schiffspassagen nach Amerika erinnerten an den Kaufmann Samson Dilloff, dem selbst als einem der letzten jüdischen Bürger die rettende Emigration in die USA gelang.

Dann verteilten sich die Frankenberger Jungsozialisten in der Altstadt, suchten dort sämtliche Stolpersteine auf und reinigten sie.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, alljährlich mit einem Rundgang und dem Putzen der Stolpersteine an die Pogromnacht des 9. November 1938 zu erinnern, als hier in Frankenberg die jüdischen Bürger in Angst und Schrecken versetzt wurden“, erklärte Hendrik Klinge, Vorsitzender der SPD Frankenberg und stellvertretender Vorsitzender der Jusos Waldeck-Frankenberg.

Das Vergegenwärtigen des NS-Rassismus und der Opferschicksale von damals sei dringend notwendig angesichts neuer Formen von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft, sagte Klinge.

In der Rathausschirn berichtete der Zeitzeuge Fritz Neuschäfer von der Pogromnacht 1938, als Frankenberger Nazis Synagoge und Wohnungen jüdischer Bürger stürmten, die Familienväter verhafteten und das Inventar zerstörten. „Sogar die Bettbezüge wurden aufgeschlitzt, dass die Federn durch die Straßen flogen“, schilderte der 91-Jährige. Am Folgetag wurden die in „Schutzhaft“ genommenen Männer über Kassel in das KZ Buchenwald verschleppt. zve

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