Einzug ab Ende Februar

Wohnungen im Frankenberger Kino sind bald fertig

+
Die Investoren und Bauherren Harald Ludwig (links) und Matthias Dornseif hatten das Thalia-Kino von Familie Ortwein gekauft und größtenteils abreißen lassen.

Frankenberg. Was wurde eigentlich aus dem Frankenberger Kino, das Ende 2018 abgerissen wurde. Wir haben mal nachgeschaut.

Die Handwerker sind noch nicht ganz fertig. „Endarbeiten“, sagt Matthias Dornseif. „Fliesen legen und so weiter.“ Von außen sieht das Gebäude aber schon so aus wie auf dem großen Schild an der Straße. „Hier entstehen zwölf Eigentumswohnungen“, ist darauf zu lesen. Und sie sind bald schon fertig – dort, wo vor gut einem Jahr noch das Frankenberger Kino stand.

Im Herbst 2018 war das Kino in der Straße Am Hain abgerissen worden. Bis Ende Juli 2018 hatte Familie Ortwein dort noch Kinofilme gezeigt. Die Familie hatte seit 1919 in Frankenberg ein Kino betrieben. Die Entscheidung, aufzuhören, war vor allem aus Alters- und Gesundheitsgründen gefallen. Und sie hatten keinen Nachfolger gefunden. Investor Matthias Dornseif findet deshalb, dass Frankenberg durch den Neubau „an Attraktivität gewonnen“ habe. „Sonst hätte das Kino vielleicht als Leerstand geendet.“

Dornseif und sein Geschäftspartner Harald Ludwig, beide aus Rengershausen, hatten das Kino gekauft und größtenteils abreißen lassen. Der Gebäudeteil mit den drei Kinosälen wurde komplett abgerissen. „Er hätte den statischen Voraussetzungen für einen Neubau nicht standgehalten“, berichtet Ludwig. Im anderen Gebäudeteil befanden sich Eingang, Kasse und im Obergeschoss Wohnraum. Dort sind die Außenhülle und die Vollbetondecken stehen geblieben. „Beton abzureißen, ist sehr teuer. Wir haben drum herum geplant, das ist gut gelungen“, sagt Ludwig.

Er baut mit seiner Firma „Finnholz“ seit mehr als 30 Jahren Blockhäuser. Matthias Dornseif vertreibt unter dem Firmennamen „Domobau“ Fenster und Türen. Für den Kino-Umbau haben sie die „Dornseif & Ludwig Immobilien GbR“ gegründet.

Und sie haben gemerkt, dass bei solch einem Großprojekt nicht alles nach Plan läuft: „Wir sind nicht ganz im Zeitplan“, gibt Dornseif zu. Denn während der Bauarbeiten habe sich herausgestellt, dass das Kino wegen der Nemphe auf Pfählen stand. „Das war uns nicht bewusst“, sagt Dornseif. „Wir mussten die Fundamente neu machen, das hat uns um sechs Monate zurückgeworfen.“

Vorher: Das Frankenberger Kino vor Anriss und Unbau.  Die Außenhülle des linken, vorgesetzten Gebäudeteils ist stehen geblieben, der rechte Teil mit den Kinosälen wurde abgerissen und komplett neu hochgezogen. 

Für das, was sie aus dem alten Kino gemacht haben, hätten sie viel Zuspruch bekommen, berichtet er. „Anfangs haben viele gesagt, dass es schade sei, dass Frankenberg kein Kino mehr hat. Jetzt fragen die Leute, ob bei uns noch Wohnungen frei sind.“

Doch die zwölf Einheiten – 62 bis 97 Quadratmeter groß – seien „recht schnell“ verkauft gewesen. „Wohnungen sind in Frankenberg stark nachgefragt“, sagt Dornseif. Die neuen Eigentümer kämen aus Frankenberg und Umgebung, etwa die Hälfte wolle selbst dort wohnen, andere vermieten ihre Wohnung weiter. Und Käufer, die sich früh gemeldet hatten, seien sogar in die Bauplanungen einbezogen worden.

Im Keller des Hauses gibt es jetzt eine Tiefgarage mit acht Stellplätzen, fünf Parkplätze sind vor dem Haus, weitere dahinter. Alle Wohnungen seien barrierefrei, auch ein Aufzug wurde eingebaut. „Wir haben alles mit heimischen Firmen umgesetzt“, betonen die beiden Investoren.

Und nun ist das Ende in Sicht. Ende Februar wollen Dornseif und Ludwig die Schlüssel an die neuen Eigentümer übergeben. Und sie planen schon das nächste Projekt: Die beiden haben das seit Jahren leer stehende Haus in der Bottendorfer Straße neben der Volksbank gekauft, das die HNA im Sommer 2018 in der Serie „Schandfleck“ vorgestellt hatte. Auch dort planen Dornseif und Ludwig einen Neubau mit Eigentumswohnungen – in ähnlicher Größenordnung wie beim Kino.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare