Geplantes Einkaufszentrum auf dem Balzer-Areal

Mit dem Frankenberger Tor leben

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Frankenberg - Die Frankenberger Kaufmannschaft rechnet damit, dass das Einkaufszentrum auf dem Balzer-Areal wie geplant gebaut wird. Daher überlegen die Mitglieder, wie das Einkaufen in der Fußgängerzone attraktiver gemacht werden könnte.

„Unser aller Aufgabe muss es sein, dass wir sagen, wir gehen tapfer weiter nach vorne. Dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken“, rief Bürgermeister Rüdiger Heß den Frankenberger Kaufleuten während der Herbstversammlung des Kaufmännischen Vereins (KVF) zu. Mit der Realität, dass das Einkaufszentrum Frankenberger Tor tatsächlich gebaut wird, müsse gearbeitet werden, vermittelte er ihnen - und fügte an: „Man ist nicht Don Quichotte“. Es gelte jetzt, Konzepte zu entwickeln, die das Einkaufen in der Fußgängerzone attraktiver machten - das betreffe nicht nur das Pflaster, sondern insbesondere auch die Leerstände. Dennoch solle Wert darauf gelegt werden, dass bei der Erstbelegung des Zentrums die bestehenden Verträge streng eingehalten werden: „Notfalls muss man sich auch mal verklagen lassen“, machte er seine Position deutlich.

Mit seinem Aufruf, für die Innenstadt zu kämpfen, zeigte Rüdiger Heß die Richtung auf, wie die Mitglieder des KVF auf die entstehende Konkurrenz am Bahnhof reagieren wollen. Auch André Kreisz, Vorsitzender des Vereins, rief dazu auf, nach vorne zu schauen. Der Blick nach hinten, auch mit Hilfe eines Akteneinsichtsausschusses im Parlament, sei wichtig. Noch wichtiger aber sei es, auf die Situation zu reagieren. Er rief dazu auf, die Gestaltungssatzung für die Fußgängerzone aus den „Fraktionsschubladen“ wieder hervorzuholen, wieder auf die politische Agenda zu heben, damit die Fußgängerzone ein Publikumsmagnet bleibe. Kreisz forderte erneut auch, bei einer Neugestaltung der Fußgängerzone nicht auf eine Pflasterung mit nur einem behindertengerechten, glatten Streifen, sondern auf einen durchgehend glatten Belag zu setzen. „Das Pflaster ist derzeit nicht passierbar“, überspitzte er die heutige Situation. Zur Attraktivierung der Innenstadt gehöre darüber hinaus aber auch eine bessere Außendarstellung - etwa in Sachen Schaufensterwerbung - sowie eine angemessene Möblierung.

Lob für die Bahnhofstraße

Positive Worte fand Kreisz für die neugestaltete Bahnhofstraße, gerade im Bereich der unteren Fußgängerzone. Deutlich hob er die Arbeit von Bauamtsleiter Karsten Dittmar hervor. Dieser habe sich dafür eingesetzt, dass die Baustelle etwa das Halloween-Midnight-Shopping - „unser stärkstes Zugpferd, ein Alleinstellungsmerkmal“ - nicht behindert hatte. Die Bauarbeiten würden schneller als geplant voranschreiten. „Es war richtig, das in nur einem Jahr durchzuziehen“, zog er bereits ein Fazit. Die Straße sei „wertig“ und für das Einkaufserlebnis in Frankenberg ein positiver Impuls. Rüdiger Heß erinnerte in diesem Zusammenhang an die Pläne des ehemaligen Bürgermeisters Sepp Waller, ein „grünes Band“ vom Obermarkt bis zum Bahnhof zu ziehen - und an die Diskussion um die Platanen, die durch Amberbäume ersetzt werden sollen. Auch einheitliche Begrünung würde die Fußgängerzone attraktiver machen.

Eine weitere Idee nahm während der Sitzung bereits Form an: ein „Late-Night-Shopping“ zur Saisoneröffnung im März. Die Mitglieder waren der Idee von André Kreisz mehrheitlich positiv zugetan. Genaue Details zu Umfang und Zeitpunkt soll der Aktionsbeirat des Kaufmännischen Vereins ausarbeiten.

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