Weitere Flüchtlinge kommen

Bilanz des Frankenberger Netzwerk Integration: Unterstützer gesucht

Hat eine neue Heimat gefunden: Dr. Raed Alsaaid aus Syrien hat sich entschlossen, in Frankenberg zu bleiben. Foto: Battefeld

Frankenberg. Das Netzwerk Integration, dessen Mitglieder sich  um die Eingliederung der mittlerweile 70 Flüchtlinge aus dem „Haus Ahlborn“ kümmert, ist dringend auf weitere Mitstreiter angewiesen.

Gegründet wurde das Netzwerk im November 2014.

Dies machten die ehrenamtlichen Helfer während eines Treffens im Sitzungssaal des Rathauses deutlich, bei dem sie eine Bilanz ihrer bisherigen Arbeit zogen und Ausblicke auf weitere Pläne gaben. Unter den knapp 50 Teilnehmern begrüßte Netzwerksprecherin Monika Lacher unter anderem auch Vertreter anderer Initiativen aus Frankenau und Bromskirchen sowie Asylbetreuerin Claudia Schäffer vom Landkreis und das Ehepaar Ahlborn.

„Es kommen 50 weitere Flüchtlinge im ersten Halbjahr 2015 dazu. Wir müssen uns langsam darauf einstellen, dass da Riesenarbeit auf uns zukommt“, mahnte Netzwerksprecher Herbert Keim, der die Arbeitsgruppe Deutschunterricht leitet. Das Netzwerk brauche daher noch mehr „Aktivisten“. Es müsse ja nicht jeder einen „Fulltime-Job“ machen, betonte Keim. Völlig ausreichend sei beispielsweise, wenn sich jemand bereit erklärte, einmal wöchentlich einen Fahrdienst oder eine Begleitung bei Behördengängen oder Arztterminen der Flüchtlinge zu übernehmen.

Auch für die Mitarbeit in der ebenfalls dringend auf zusätzliche Helfer angewiesenen Arbeitsgruppe Deutschkurse brauche man kein Deutschlehrer zu sein oder eine pädagogische Ausbildung zu haben, stellte Keim klar. Von den 70 Flüchtlingen des Hauses Ahlborn nähmen circa 35 regelmäßig an den angebotenen Kursen teil.

„Die Arbeit macht uns einen Riesenspaß“, sagte der Gruppenleiter. Wenn in Kürze in Frankenberg noch etwa 50 Flüchtlinge hinzukämen, könne das Netzwerk die Arbeit aber nicht mehr leisten. „Das Wichtigste sind deshalb mehr ehrenamtliche Mitarbeiter“, appellierte er.

Ein wichtiges Thema sei auch die Bereitstellung von weiterem Wohnraum, sagte Karl-Heinz Bastet, der mit großem persönlichen Einsatz die Arbeitsgruppe Sport und Freizeit leitet. „Wir würden gerne eine weitere Arbeitsgruppe zum Thema Wohnungssuche und Wohnungsvermittlung gründen“, sagte er gegenüber der HNA. Hierbei setze man auf die Unterstützung durch die Stadt Frankenberg, die einen Koordinator stellen könnte. Auch der Möbeltransport müsse geregelt werden.

Von Susanna Battefeld

Einer der Flüchtlinge, der das Haus Ahlborn bereits wieder verlassen hat, ist Dr. Raed Alsaaid. Der aus Syrien stammende Allgemeinmediziner ist seit vier Monaten in Frankenberg. Seine Erfahrungen lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine. 

Quelle: HNA

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