Frankenberg

Frankenberger „verzocken“ Millionen

- Frankenberg (mba). Glücksspiele können süchtige machen – genau wie Alkohol oder Drogen. Wer nicht mehr mit dem Spielen aufhören kann, braucht Hilfe. Die findet er in der Suchtberatungstelle der Diakonie in Frankenberg.

Geldspielautomaten, Sportwetten oder Poker – Glücksspiele locken mit zweifelhaften Chancen: Auch wenn die Spieler ab und zu mal eine stattliche Gewinnsumme mit nach Hause nehmen können, in den allermeisten Fällen gewinnt allein der Veranstalter. Und viele Spieler ruinieren sich bei der Jagd nach dem Jackpot. Für sie wird der Kick, der vom Spiel mit dem Glück ausgeht, zum Zwang, zur Sucht. Dann brauchen sie dringend Rat und Hilfe. Die gibt die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes in Frankenberg: Seit Februar bietet Sozialtherapeut Dieter Schmitz dort alle 14 Tage eine Sprechstunde für Menschen an, die Probleme mit jeglicher Art des Glücksspiels haben, aber auch für deren Angehörige, die oftmals unter dem Suchtverhalten des Spielers leiden. Therapeut Schmitz zeigt in vertraulichen Gesprächen mit den Betroffenen Wege aus dem „Teufelskreis Sucht“ auf. Er vermittelt bei Bedarf weitere Hilfsangebote, etwa von der Schuldnerberatung oder – wenn nötig – auch stationären Therapieeinrichtungen. Mit dem Glücksspiel verdienen die Veranstalter enorme Summen: „Die Umsätze der legalen Glücksspielanbieter beliefen sich 2007 auf fast 28 Milliarden Euro“, sagt Glücksspielexperte Schmitz. Der Staat kassierte 3,9 Milliarden – mehr als aus der Alkoholsteuer. Besonders Geldspielautomaten sind – zumindest für die Betreiber – sehr gewinnbringend: In Waldeck-Frankenberg „verzockten“ Spieler laut Schmitz 2008 fast sieben Millionen Euro.Frankenberg ist bei der „Spielhallendichte“ laut Schmitz hessenweit auf Rang Vier: Hier gibt es einen Geldspielautomaten auf 170 Einwohner, mehr als doppelt so viele wie im hessischen Durchschnitt. Gerade das Spiel an Geldspielautomaten hat ein sehr hohes Suchtpotential, sagt Schmitz. Er geht von rund 600 Spielsüchtigen im Landkreis aus. Die Sucht- und Drogenberatungsstelle in Frankenberg, Auf der Burg 11, bietet immer dienstags von 13 bis 16 Uhr und mittwochs von 14 bis 17 Uhr Sprechzeiten an. Die Sprechstunde für Spielsüchtige ist alle zwei Wochen donnerstags von 8.30 bis 10.30 Uhr. Die Termine werden telefonisch unter 05631-60330 vergeben.

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