Unterschriftenaktion für den Standort

Frankenberger wollen Tegut behalten

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Er ist nicht mehr der neueste und er wird nach Aussage des Unternehmens den Ansprüchen von Tegut nicht mehr gerecht. Dennoch wollen mehr als 1000 Frankenberger den heimischen Markt retten – gleich, ob im alten oder in einem neuen Gebäude.Foto: Glotz

Frankenberg - Der angekündigte Rückzug von Tegut aus Frankenberg hat viele überrascht. Doch hinnehmen wollen das treue Kunden nicht. Eine Liste mit 1000 Unterschriften gegen die Entscheidung zeigt, wie sehr die Kundschaft an dem Markt hängt.

Die Nachricht, dass Tegut sich aus Frankenberg zurückzieht, schlug Ende Mai ein wie eine Bombe (FZ berichtete exklusiv). Doch die Fangemeinde - und damit auch die Kundschaft - kämpft um diese Einkaufsmöglichkeit: Es gibt eine stetig wachsende Zahl von Unterstützern - auch im Stadthaus.

Bürgermeister Rüdiger Heß erkennt die Argumentation aus der Fuldaer Zentrale an, dass der Markt nicht aktuellen Anforderungen entspreche: Das Gebäude in der Auestraße sei sicherlich in die Jahre gekommen, „aber dort ist Tegut bekanntlich nur Mieter und kann daher keine baulichen Veränderungen durchführen“. Dass das die Kunden nicht abschreckt, dokumentiert eine Unterschriftenliste, die der Bürgermeister entgegengenommen hat: Mehr als 1000 Unterschriften für einen Erhalt des Marktes haben die Organisatoren Jutta Engelhardt-Naumann, Heinz Naumann und Simone Engelbach innerhalb von nur drei Wochen zusammengetragen.

Bei dem Treffen erläuterte der Bürgermeister, dass auch ihn persönlich viele Schreiben und E-Mails von Frankenberger Bürgern erreicht hätten mit der Bitte, sich für den Erhalt des Standortes einzusetzen. Heß unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die Aufgabe des Tegut-Marktes nichts mit der sogenannten „Frankenberger Liste“ zu tun habe: „Von städtischer Seite waren und sind wir gerne bereit, Tegut bei der Suche nach einem neuen Standort zu unterstützen“. Zugleich äußerte er aber auch Kritik am Kommunikationsverhalten der Einzelhandelskette, die seit einigen Monaten zum schweizerischen Migros-Konzern gehört: „Von der Schließung des Marktes und der grundsätzlichen Aufgabe des Standortes Frankenberg hat die Stadt auch erst aus der Zeitung erfahren. Hier wäre sicherlich eine vorzeitige Kontaktaufnahme der verantwortlichen Entscheider von Tegut optimal gewesen.“

Zwei Gründe für Rückzug

Tegut-Pressesprecherin Stella Kircher hatte im Gespräch mit der Heimatzeitung angegeben, dass der Zustand des Marktes Hauptgrund, nicht aber einziger Faktor für den Entschluss gewesen sei, sich zurückzuziehen. Mit dem Vermieter sei keine Einigung über eine mögliche Renovierung gefunden worden. Zugleich bewerte das Unternehmen einen Neubau - wie sie damals betonte, jedoch unter den Voraussetzungen der Frankenberger Liste - als kritisch: In Frankenberg würde sich derzeit der Markt stark verändern. Der Umzug einschließlich der Vergrößerung von Herkules in die unmittelbare Nachbarschaft, die Ansiedlung von Rossmann, ebenfalls im Frankenberger Tor sowie die Bauarbeiten für einen Supermarkt an der Bottendorfer Straße hätten den Entschluss gefestigt. Zugleich betonte sie, dass den Mitarbeitern Arbeitsplätze in umliegenden Märkten wie Bad Wildungen, Gemünden oder Marburg angeboten würden.

Bürgermeister Rüdiger Heß erklärte, für ihn sei es selbstverständlich, sich für den Fortbestand des Frankenberger Standortes und damit auch für den Erhalt der Arbeitsplätze in Frankenberg einzusetzen. In Absprache mit den drei Initiatoren der Unterschriftenaktion rief Heß daher zu einem Bürgertreff oder gegebenenfalls auch zur Gründung einer Bürgerinitiative zum Erhalt des Tegut-Standortes am Samstag, dem 21. Juni, um 11 Uhr auf dem Parkplatz des Marktes in der Auestraße auf. Der Rathauschef betonte auch, dass es wichtig sei, dass sich Kunden und Befürworter persönlich per E-Mail oder Brief an die Tegut-Zentrale in Fulda wenden.

„Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Frankenberger die Initiative für den Erhalt des Tegut-Marktes unterstützen, so dass wir der Tegut-Zentrale in Fulda demonstrieren können, wie wichtig uns dieser Lebensmittelmarkt mit seiner besonderen Sortimentsstruktur in unserer Stadt ist“, betonte Heß. Das Potenzial für eine mächtige Interessensbekundung besteht: Neben den mehr als 1000 Unterstützer-Unterschriften gibt es auch eine Facebook-Gruppe. Die hat seit ihrer Gründung vor zwei Wochen mehr als 1000 Fans gewonnen.(gl/r)

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