Betrügerpärchen verurteilt

Frankenberger wollte für Sex bezahlen - und wurde reingelegt

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Das Amtsgericht in Marburg.

Frankenberg/Marburg. Eine Frankenbergerin und ein Briloner mussten sich vor dem Marburger Amtsgericht wegen gemeinschaftlichen Betruges und räuberischer Erpressung verantworten. Sie hatten einen Frankenberger mit einem Date zum Sex gegen Bezahlung reingelegt. 

Die Frau hat laut Anklage einem 26-Jährigen aus Frankenberg gegen eine Zahlung von 300 Euro Geschlechtsverkehr angeboten. Der andere Angeklagte sollte vor dem Sex hinzukommen und sich als ihr Freund ausgeben. Das 26-jährige Opfer sollte daraufhin ohne sein Geld die Wohnung verlassen.

Laut der Aussage, die der Geschädigte bei der Polizei tätigte, habe der Angeklagte gedroht, ihn „abzustechen“, wenn er nicht sofort die Wohnung verlasse. Daher habe er das Geld zurückgelassen und sei geflohen.

Der Verteidiger der Frau bestätigte eine Verabredung seiner Mandantin mit dem Geschädigten zum Geschlechtsverkehr gegen eine Zahlung von 300 Euro. Auch sei mit dem anderen Angeklagten besprochen worden, dass dieser das Treffen stören solle. Allerdings seien dessen Worte nicht abgesprochen worden und sie könne sich nicht erinnern, ob er dem Geschädigten gedroht hatte. Die Verteidigung des Angeklagten schloss sich der Erklärung an, auch sein Mandant könne sich nicht an den Wortlaut erinnern. Die beiden Angeklagten äußerten sich selbst nicht zu der Tat.

Der Geschädigte bestätigte den Tathergang und fügte hinzu, dass er das Geld mitnehmen wollte, die Angeklagte aber danach gegriffen habe. Da er die Drohung ernst genommen habe, sei er ohne das Geld geflüchtet. Das stimmt mit der Aussage eines zweiten Zeugen überein, eines Bekannten des Geschädigten, dem dieser von der Tat erzählt hatte.

Die Anklage wurde auf Betrug beschränkt, da eine Erpressung nicht als bewiesen gelten könne. Der Geschädigte hatte selbst gesagt, es sei alles schnell gegangen.

Der Staatsanwalt forderte für den Angeklagten 180 Tagessätze und für die Angeklagte – aufgrund ihrer geringeren Vorstrafen – 130 Tagessätze jeweils à 13 Euro. Dies beinhaltet noch offene Strafzahlungen aus vorherigen Prozessen. Die Anzahl der Tagessätze ergibt sich aus der Schwere der Tat, die Höhe aus dem Vermögen der Angeklagten – beide sind Arbeitslosengeld-II-Empfänger.

Für die beiden Angeklagten spreche der geringe Schaden von 300 Euro sowie die Tatsache, dass sie die Tat eingeräumt hatten. Allerdings hätten sie die Naivität des Geschädigten ausgenutzt. Zudem sind beide vorbestraft.

Die Verteidigung forderte 110 Tagessätze für den Angeklagten, da dieser nur der Beihilfe beschuldigt werden könne, und 90 Tagessätze für die Angeklagte.

Der Richter verurteilte den Mann zu 150 Tagessätzen und die Frau zu 110 Tagessätzen je à 12 Euro wegen gemeinschaftlichem Betruges. Der Mann muss demnach 1800 Euro zahlen, die Frau 1320 Euro. Die Höhe der Tagessätze sei aufgrund der hohen Anzahl und der finanziellen Lage der Angeklagten gesenkt worden. Die Angeklagten haben außerdem den Schaden von 300 Euro sowie die Gerichtskosten zu tragen.

(Von Karen von Rüden)

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