Frankenberg

Mit „Frau Alex“ in die Welt der Mechanik

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- Frankenberg (gl). Ingenieurnachwuchs an der Wigand-Gerstenberg-Schule: Unter der Leitung von Alexandra Lerm vom hessischen TÜV lernten Viertklässler Hebelwirkung, Winden und Flaschenzug kennen.

„Frau Alex, ist das so richtig?“, hallt es aus der Ecke des Werkraums. Alexandra Lerm, Wirtschaftspädagogik-Studentin aus Kassel und im Auftrag des TÜV Hessen unterwegs, schaut nach: Ja, alles korrekt – die Bauteile sind beweglich, lassen sich problemlos drehen. Das Grundgerüst für den kleinen Kran steht. Der Kran ist das Ziel der Schüler.

Aus alltäglichen Gegenständen wie Korken, Reißzwecken, Schrauben und Gummibändern entsteht in nur drei Schulstunden die Miniatur des großen Hubwerkzeugs. Sie ist voll funktionsfähig, steht auf einer Holzplatte, lässt sich um ihre eigene Achse drehen, kann kleine Gewichte heben – ein echtes Meisterwerk, das sich jeder der 20 Nachwuchsingenieure im Werkraum der Wigand-Gerstenberg-Schule mühsam zusammenbastelt.

Knapp 100 000 Schüler aus ganz Hessen haben in den vergangenen Jahren an dem Projekt „TÜV Hessen Kids“ teilgenommen. Auch an der Wigand-Gerstenberg-Schule war bereits mehrfach Besuch vom TÜV. Möglichst jedes Jahr sollen die Viertklässler einen der drei Bereiche – Strom, Druck und Mechanik – näher kennenlernen, sagt Lehrerin Conni Lenz. In diesem Jahr ist es die Mechanik. „Das ist schon anspruchsvoll, weil die Kinder viele Kleinigkeiten beachten müssen. Aber man kann viel damit machen“, sagt Alexandra Lerm und verweist darauf, dass die Kinder den Kran am Ende des Schultages mit nach Hause nehmen dürfen. Gesponsert wird diese Einführung in die Grundsätze der Mechanik vom VDMA, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer. Die Materialien bringt Lerm, für die die Bastelstunde ein Studentenjob ist, aus Kassel mit: „Die Kinder brauchen gar nichts außer guter Laune“, sagt sie.

Ziel ist es, das Interesse der Kinder an einer komplexen Thematik auf spielerische Art und Weise zu wecken. Der TÜV und der VDMA haben dabei aber auch den Ingenieurmangel im Blick – der Nachwuchs müsse schon heute für das Berufsfeld begeistert werden. Das Konzept, Technik durch „Anfassen, Erleben und Verstehen“ zu vermitteln, wurde im Jahr 2008 von der Initiative „Freiheit und Verantwortung“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ausgezeichnet.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 23. März

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