Frau fand Wurzeln über Selbsthilfe amerikanischer Besatzungskinder

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Spurensuche: Ulrike Loske (vorn rechts) zeigt beim Selbsthilfegruppen-Treffen Ilona Laudien-Gasch (von links), Heidi Wehe und Doris Schellmann Bilder ihres Vaters und ihres amerikanischen Halbbruders.

Kassel / Frankenberg. Dieser Satz hat Ulrike Loskes Leben verändert: „Du bist ein Amikind.“ 15 Jahre war sie alt, als sie durch diese Bemerkung ihres Onkel auch erfuhr, dass ihr Vater sie adoptiert hatte.

Lange Zeit bekam sie keine Antworten auf ihre nun drängenden Fragen. Bis sie schließlich - erst kurz vor dem Tod ihrer Mutter - mit einer Lüge abgespeist wurde, die vielen Besatzungskindern auch in Kassel aufgetischt wurde: Ihr Vater sei ein amerikanischer Besatzungssoldat gewesen. Er sei jedoch längst tot, im Koreakrieg gefallen. Die Frankenbergerin ließ es lange darauf beruhen.

Durch eine Ankündigung in der HNA erfuhr sie später von der Kasseler Selbsthilfegruppe Amerikanische Besatzungskinder, die mit der Organisation GI Trace zusammenarbeitet, und nahm Kontakt auf mit Ilona Laudien-Gasch. „Auch meine Kinder haben ein Recht darauf, zu wissen, wo ihre Wurzeln sind“, sagt die 67-Jährige.

Sie suchte alle Unterlagen heraus, die sie im Nachlass ihrer Mutter gefunden hatte. Darunter das Bild eines jungen Soldaten. Per Anfrageformular wandten sich die Frauen an das Archiv der US-Armee. Nach etwa sechs Wochen kam die Antwort. Ihren Vater habe man gefunden, doch er sei 1988 gestorben, aber eben nicht im Koreakrieg. Endlich wusste Ulrike Loske, wer ihr Vater war: Luis Niell, 1946, zum Zeitpunkt ihrer Geburt, 24 Jahre alt. Er war nach Alaska versetzt worden, lebte später in Kalifornien und war verheiratet.

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Quelle: HNA

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