Frauen haben jetzt gute Chancen für Rückkehr in Beruf

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Sie wollen Frauen zurück in den Beruf bringen: Evelin Jacobs, Bärbel Kesper (von links) und Kerstin Wickert-Strippel (rechts) beraten die dreifache Mutter Preciosa Corazon Bintriem beim Info-Tag in Frankenberg über einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben.

Frankenberg. Kerstin Wickert-Strippel hat eine gute Nachricht für alle Frauen, die seit der Geburt ihrer Kinder aus dem Beruf ausgestiegen sind: "Jetzt ist eine gute Gelegenheit, zurückzukehren. Durch den Fachkräftemangel gibt es momentan viele freie Stellen im Landkreis."

Derzeit sind allein bei der Arbeitsagentur 854 freie Stellen verzeichnet, davon viele in Teilzeit. „Dafür wollen wir die stille Reserve mobilisieren, denn da schlummert viel ungenutztes Potenzial“, erklärt die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Korbach. Mit dem Team des Familienbüros Frankenberg hat sie unter dem Motto „Raus aus den vier Wänden“ einen Info-Tag für Frauen organisiert, die zurück in den Job wollen.

Die stille Reserve, das sind Frauen wie Preciosa Corazon Bintrienu. Die 31-jährige Mutter aus Battenberg war zwölf Jahre zuhause, jetzt will sie einen Neustart wagen. „Am liebsten in der Wirtschaft“, verrät Bintrienu. Auch eine Tätigkeit in der Kinderbetreuung kann sie sich vorstellen: "Da habe ich ja mit drei eigenen Kindern viel Erfahrung."

Dass Frauen so lange wegen ihrer Kinder zuhause bleiben, wird immer seltener, berichtet Kerstin Wickert-Strippel. Die meisten nehmen eine berufliche Auszeit von ein bis drei Jahren und wollen nicht nur aus finanziellen Gründen wieder arbeiten gehen. „Die berufliche Bestätigung nach der Elternzeit ist für viele sehr wichtig“, weiß Evelin Jacobs vom Familienbüro. „Viele fragen sich dennoch: Was kann ich jetzt machen?“

An dieser Stelle holte der Informationstag die 100 Besucherinnen ab. Neben Vorträgen zu Wiedereinstieg, Kindertagespflege und Selbstständigkeit, konnten sie sich an Ständen verschiedener Träger beraten lassen. Birgit Schäfer vom Berufsförderungswerk für Handwerk und Industrie etwa versorgte Besucherinnen mit Kontaktadressen im Landkreis und bot einen Bewerbungsmappen-Check an.

Während sich die Mütter beraten ließen, bastelten ihre Kinder mit dem Team der Frankenberger Einkaufskinderbetreuung Weihnachtsgeschenke. Überhaupt, die Kinderbetreuung: Sie bestimmt oft, ob Frauen den Spagat aus Job und Familie schaffen. Auch wenn bereits viele Tagesmütter in Randzeiten auf Kinder aufpassen, sei noch viel zu tun, weiß Evelin Jacobs: „Die Frauen, aber auch die Kinderbetreuung müssen flexibler werden.“ Denn Halbtagsjobs von 8 bis 12 Uhr gebe es kaum.

Viele Firmen bieten jedoch andere Teilzeitmodelle an, berichtet Kerstin Wickert-Strippel. „Sie haben erkannt, dass sie familienfreundlicher werden müssen.“ Ein gutes Signal für alle, die raus aus den vier Wänden wollen.

Von Friederike Szamborzki

Quelle: HNA

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