Fertigstellung der Umgestaltung der Bahnhofstraße

Freie Fahrt in Frankenbergs „neuer Mitte"

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Frankenberg - Mit Glühwein haben Vertreter der Stadt, Kaufleute, Anlieger und Baufirmen auf die Fertigstellung der Bahnhofstraße angestoßen. Bürgermeister Rüdiger Heß stellte klar, dass er auf die Planung keinen Einfluss gehabt hat.

Heß machte seinem Spitznamen „Kreisel Rüdi“ alle Ehre: „Ich hätte mir auch einen schönen Kreisverkehrsplatz vorstellen können“, sagte der Bürgermeister und deutete auf die neue Lichtsignalanlage im Kreuzungsbereich der Bahnhofstraße, der Uferstraße und der Bottendorfer Straße. Doch auch ohne Kreisverkehr fände er das Ergebnis gelungen. „Das ist ein wichtiger Tag für Frankenberg“, sagte er bei der Verkehrsfreigabe nach neunmonatiger Bauzeit. In den nächsten Tagen stünden nur noch kleinere Arbeiten an, zu Beeinträchtigungen des fließenden Verkehrs oder der Kaufleute dürfte es aber nicht mehr kommen. Der Platz neben dem Landratsgarten, auf dem ein Klangspiel und ein Brunnen errichtet werden sollen, wird diese Woche noch fertig gepflastert. „Uns war es einfach wichtig, fertig zu werden, damit die Kaufleute das Weihnachtsgeschäft positiv gestalten können.“

Den Zuhörern aus Politik und Wirtschaft skizzierte er die Rahmendaten der Umgestaltung, die inklusive Tiefbau 3,2 Millionen Euro gekostet hat. Wie hoch der städtische Anteil in Euro sei, könne er aktuell noch nicht sagen, erklärte er. Das Projekt wird aus mehreren Programmen gefördert, das Land steuert etwa eine Millionen Euro bei, ähnlich hoch ist der Betrag des Bundes. Da sich auch die Anlieger mit Gebühren beteiligen müssen, rechnet Stadtbauamtsleiter Karsten Dittmar mit einem städtischen Anteil von 800 000 Euro. Denn nicht nur die Straßenführung wurde verändert, sondern auch Tiefbauarbeiten standen an: Kanalisation und Wasserleitungen wurden bis kurz vor den Bahnhof erneuert.

Ein großes Kompliment sprach Rüdiger Heß allen am Bau beteiligten Firmen aus. „Das in neun Monaten zu bauen, das ist eine Auszeichnung wert.“ Er dankte zudem allen, die Benachteiligungen hinnehmen mussten – den Anliegern. „Aber wenn man das Wohnzimmer renoviert, hat man auch mal Schmutz.“ Bei allen Bemühungen, die Wünsche der Anlieger zu erfüllen, habe es auch ab und an Kritik gegeben. „Aber wenn man das fertige Ergebnis sieht, muss man sagen, das ist weltoffen und charmant.“ Er sei sich sehr sicher, dass auch die umgestaltete Bahnhofstraße „Besucher nach Frankenberg locken werde“.

Als gelungenes Bauprojekt bezeichnete Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf die Umgestaltung. „Hier kann man sehen: Bei uns im Kreis tut sich was.“ Pünktlich zur Weihnachtszeit erstrahle Frankenberg wieder in neuem Glanz. Die Stadtsanierung sei bekanntlich aber noch längst nicht abgeschlossen. „Die nächste Baustelle wird der Bahnhof sein, da steckt viel Potenzial.“ Gemeinsam wollen Stadt und Kreis das Umfeld aufwerten.Das Geld sei gut angelegt worden, sagte Volker Anders, Leiter des Kompetenzzentrums Infrastruktur des Landes. „Es ist selten, dass wir Maßnahmen so groß fördern“, verwies er auf die eine Million Euro. Gänzlich anderer Meinung als Bürgermeister Heß war er jedoch beim Thema Kreisel: „Ich glaube, die Ampel ist schon eine gute Lösung.“

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