Bromskirchen

Frese haushoch überlegen - Schäfer kündigt erneute Kandidatur an

- Bromskirchen (apa). Die Frage an diesem Abend lautet nicht: „Wer gewinnt?“, sondern: „Mit wie vielen Stimmen gewinnt Karl-Friedrich Frese?“ Denn dass der Amtsinhaber wiedergewählt wird, daran hat an diesem Abend niemand einen ernsthaften Zweifel – nicht einmal die Unterstützer von Herausforderer Rudolf Schäfer. Sie sind gar nicht erst ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen. Der Herausforderer aus Röddenau ist allein.

Die Wahlbeteiligung liegt bei 59,7 Prozent: Von 1500 wahlberechtigten Bromskirchenern haben 896 ihre Stimme abgegeben. Als erstes Ergebnis liegt die Briefwahl vor. Sie gilt als Indikator für das Endergebnis – zu recht, wie sich im Verlaufe des Abends zeigen soll. Genau 83,2 Prozent der Briefwähler haben für Frese gestimmt, 16,8 Prozent für Rudolf Schäfer. Neuludwigsdorf mit den Weilern Seibelsbach und Dachsloch ist als nächstes ausgezählt: Hier haben 52 Bürger gewählt, 44 wollen Frese weiterhin auf dem Chefsessel im Rathaus sehen, acht Stimmen entfallen auf Rudolf Schäfer. In Somplar ergibt sich ein ähnliches Bild: 118 Stimmen für Frese, 22 Stimmen für Schäfer.

Schon jetzt schütteln einige Besucher Frese (50, parteilos) die Hand, er selbst und seine Ehefrau Regine sehen mittlerweile schon entspannter aus. Auch das zuletzt ausgezählte Ergebnis aus Bromskirchen bietet keine Überraschung, wenn auch Schäfer ausgerechnet in der Kerngemeinde sein bestes Ergebnis einfährt: 18,2 Prozent für ihn, 81,8 Prozent für den Amtsinhaber. Wahlleiter Uwe Treude bittet um Zurückhaltung, bis das vorläufige Endergebnis vorliegt, das nur wenige Minuten darauf an der Leinwand zu sehen ist: 691 Stimmen und damit 82,6 Prozent für Karl-Friedrich Frese, 146 Stimmen (17,4 Prozent) für Rudolf Schäfer.

Der Gegenkandidat aus Röddenau schreitet mit langen Schritten auf Frese zu und schüttelt ihm die Hand – das erste Mal stehen sich die beiden Kandidaten überhaupt persönlich gegenüber. Bevor sich eine lange Reihe Gratulanten vor Karl-Friedrich und Regine Frese bildet, gibt es einige offizielle Grußworte: Der erste Kreisbeigeordnete Peter Niederstraßer gratuliert, ebenso der Volkmarser Bürgermeisterkollege Hartmut Linnekugel, CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg, Pfarrer Uwe Buß und der Parlamentschef Karl-Friedrich Geldbach. Auch Schäfer wird in den Grußworten bedacht. Die Redner zollen ihm Respekt, weil er eine Kandidatur gewagt hatte.

Frese selbst bedankte sich herzlich bei all seinen Unterstützern und Helfern, Freunden und Wegbegleitern, im Besonderen aber bei seiner Familie.

Herausforderer Rudolf Schäfer (53, unabhängig) zeigte sich nach der Wahl zufrieden mit dem Ergebnis – auch, wenn er eigentlich habe gewinnen wollen. „Aber bei der kurzen Wahlkampfzeit ist das doch ein ordentliches Ergebnis.“ Er werde bei der nächsten Wahl in sechs Jahren wieder antreten, kündigte Schäfer sofort an, „wenn es überhaupt so lange dauert“.

Die Ergebnisse der Wahl im Einzelnen:

Karl-Fr. Frese (parteilos) Rudolf Schäfer (unabhängig)
Wahlbezirk Stimmen Prozent Stimmen Prozent Wahlb.
Bromskirchen 450 81,1 100 18,2 54,7 %
Somplar 118 84,3 22 15,7 48,2 %
Neuludwigsdorf mit Seibelsbach/Dachsloch 44 84,6 8 15,4 49,6 %
Briefwahl 79 83,2 16 16,8 0
Endergebnis 691 82,6 146 17,4 59,7 %

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