Freunde besuchten sich beim Bütower Heimattreffen

Bütowerkundgebung: (von links) Erster Stadtrat Willi Naumann, Festredner Eckhard Scheld (Gießen), Günter Krause (2. Vorsitzender des Bund der Vertriebenen Kreisverband Waldeck-Frankenberg, Twistetal), Michael Gube (Vorsitzender des Heimatkreistages Bütow) und Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. Fotos: mjx

Frankenberg. „Die Stadt Frankenberg steht dem Heimatkreistag Bütow und den Menschen aus Bütow auch in Zukunft als Patenstadt zur Verfügung."

Diese Zusicherung machte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß am Sonntag bei einer Kundgebung anlässlich des 28. Bütower Heimattreffens in der Ederberglandhalle in Frankenberg.

„Wir werden die Menschen aus Bütow weiter mit großer Herzlichkeit in Frankenberg begrüßen“, sagte Heß. Das nächste Bütower-Treffen soll 2017 stattfinden.

Der Hintergrund der Aussage des Frankenberger Bürgermeisters: Die Anzahl der ehemaligen Bütower, die vor rund 70 Jahren Vertreibung, Flucht und Elend aus ihrer Heimat in Pommern miterleben mussten, wird immer geringer. Zur Erinnerung: In den 1980er- und 1990er-Jahren nahmen an den Bütower-Treffen in Frankenberg in der Regel 1700 bis 1800 ehemalige Bütower aus ganz Deutschland teil, zum 28. Bütowertreffen am Wochenende kamen nur noch rund 80 Menschen nach Frankenberg angereist. „Diese Entwicklung liegt am Alter der Menschen“, sagte am Rande des Treffens Pressesprecher Dr. Hartmut Wecker vom Landkreis Waldeck-Frankenberg: Die Enkelgeneration habe heute nicht mehr dieselbe enge Beziehung zur alten Heimat wie Eltern und Großeltern, machte Dr. Wecker deutlich.

Ein Beispiel für diese Entwicklung: 1936 wurde Siegfried Skibbe in Bütow geboren - er war am Wochenende in Frankenberg wahrscheinlich der einzige Teilnehmer des Bütower-Treffens, der auch in der heute polnischen Stadt geboren wurde. „Ich habe hier noch keinen Teilnehmer getroffen, mit dem ich in Bütow aufgewachsen bin“, berichtete der 79-Jährige. Er lebte bis zum 21. Lebensjahr in Bütow, 1957 kam er nach Deutschland und wohnt seitdem in Hannover. „Auch meine Kinder haben kein Interesse mehr an den Bütower-Treffen.“

„Die Patenschaft besteht seit 54 Jahren“, sagte Michael Gube, der Vorsitzende des Heimatkreistages Bütow. „Jedes Mal, wenn wir uns in Frankenberg zusammenfinden, gibt es uns Bütowern das Gefühl, dass wir zu lieben Freunden nach Hause kommen.“ (mjx)

Was Michael Gube zur sinkenden Teilnehmerzahl bei den Bütower Heimattreffen sagte, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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