Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat pflanzt Baum in Allendorf

Freundschaft beständig wie ein Baum

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Claus Junghenn und Muzaffar Ahmad, Mitglied der islamischen Gemeinde, pflanzen einen Baum zum Zeichen der Freundschaft. Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat halten das Banner mit dem Spruch „Liebe für alle, Hass für keinen“.Foto: Carolin Wedler

Allendorf (Eder) - Die islamische Reformgemeinde möchte durch das Pflanzen eines Baumes ein Zeichen setzen und die Wertschätzung ihrer deutschen Heimat zum Ausdruck bringen.

Herkunft ist die eine Sache, Heimat eine andere. Dem möchte die zur Zeit größte islamische Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat Ausdruck verleihen und pflanzt einen Baum - unter anderem zum Zeichen der Verbundenheit zur Allendorfer Gemeinde. Am Montag haben Bürgermeister Claus Junghenn und den Mitgliedern der Ahmadiyya Muslim Jamaat auf dem Teichgelände Niedernbach gepflanzt.

„Nachdem der Teich und der Bach neu angelegt wurden, sieht es hier noch etwas kahl aus, da passt der Baum wunderbar in die Gestaltung“, sagte Junghenn.

Wertvolle Geste

„Wir haben hier eine Heimat gefunden“, sagte Rafi Khan, Mitglied der Reformgemeinde. „Es ist uns wichtig, neben der Freundschaft, des Friedens und der Hoffnung, auch ein Zeichen der Loyalität gegenüber dieses Landes zu setzen. Das Land, in dem man lebt, sollte man schätzen und ihm nie Schaden zufügen. Das ist Teil unseres Glaubens“, fügte er an.

Ein weiterer Aspekt des Glaubens sei die Freundschaft und Wertschätzung. „Im materiellen Sinne mag dieser Baum nicht so wertvoll sein, aber als Geste ist er es“, sagte Khan. „Er soll zeigen, dass Freundschaft nicht mal da und mal weg ist. Freundschaft muss gepflegt werden, im übertragenen Sinne auch gegossen. Nur dann wird sie beständig - wie dieser Baum“, erklärte er die tiefere Symbolik der Aktion. Claus Junghenn bedankte sich bei der Reformgemeinde, die mit dem Anliegen auf ihn zugekommen sei. Diese habe die Initiative ergriffen. Er freue sich, dass die islamische Gemeinde so zeigen wolle, dass sie sich Allendorf zugewandt fühle. „Die Gemeinde hat sich toll integriert“, sagte er. „Ihnen schien das gesellschaftliche Zusammenleben immer sehr wichtig zu sein.“

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde bereits 1889 gegründet und tritt für die ursprünglichen Werte des Islam ein. Diese umfassen beispielsweise Toleranz, Gleichberechtigung, Gerechtig-keit und die Beendigung von Gewalt im Namen der Religion. Symbolische Aktionen wie das Pflanzen von Bäumen sollen dabei helfen, falsche Vorstellungen und Missverständnisse, die bezüglich der Religion bestehen, auszuräumen. So sei den Mitgliedern der Gemeinde der Austausch wichtig. Nach dem Einpflanzen des Baumes fand im Bürgerhaus ein gemeines Kaffeetrinken statt, das die Möglichkeit zum Dialog bot. (cwd)

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